Mittwoch, 22.05.2019

Mit den Aschaffenburger Altstadtfreunden durch die neue Frankfurter Altstadt

Auf dem Hühnermarkt mit dem Stoltze-Brunnen konnten die Aschaffenburger Altstadtfreunden die neu rekonstruierten barocken und klassizistischen Prachtbauten bewundern.
Wilfried Kaib
Mittwoch, 15. 08. 2018 - 21:37 Uhr

„Die neue Frankfurter Altstadt bestätigt den Einsatz für Rekonstruktionen wie beim Wiederaufbau unserer Löwenapotheke“, stellte Josef Forman, Vorsitzender der Aschaffenburger Altstadtfreunde, bei einer Exkursion nach Frankfurt zufrieden fest...

„Die neue Frankfurter Altstadt bestätigt den Einsatz für Rekonstruktionen wie beim Wiederaufbau unserer Löwenapotheke“, stellte Josef Forman, Vorsitzender der Aschaffenburger Altstadtfreunde, bei einer Exkursion nach Frankfurt zufrieden fest. Durch nachhaltiges Bürgerengagement, so Forman, könne viel erreicht werden.

Im Historischen Museum informierten sich die Aschaffenburger zunächst über die städtebauliche Entwicklung Frankfurts, sahen anhand von Bildern und Modellen, was der Krieg zwischen Dom und Römer hinterlassen hatte: Nichts, außer Schutt und Asche. Als in den 1950er Jahren die Stadt aufgebaut wurde, blieb der Kern unbebaut, und selbst als die U-Bahn und die Tiefgarage, das Technische Rathaus und die Schirn errichtet waren, wusste man lange Zeit nicht, was man mit der leeren Mitte machen sollte. Ein eher zögerlicher Anfang war die Rekonstruktion der östlichen Römerbergzeile. Nach heftigen Diskussionen fielen dann die Entscheidungen: Das Technische Rathaus wurde abgetragen, auf der Decke der Tiefgarage entstand ein Stück Altstadt: Straßen, Plätze, Grundstücksparzellen wie vor dem Krieg. 15 Häuser wurden rekonstruiert und 20 so neu gebaut, dass sie sich dem neuen-alten Stadtbild einfügen.

In einer Dokumentation von 50 Altstadthäusern war ermittelt worden, dass nur etwa 20 aus spätgotischer Zeit stammten. Viele Häuser wurden, oft unter Zusammenlegung von Grundstücken, im Stil der Renaissance, im späten 17. oder 18. Jahrhundert als Barockbauten und im frühen 19. Jahrhundert im klassizistischen oder Biedermeier Stil modernisiert oder neu errichtet. Abriss und Neubau haben in Frankfurt also Tradition, aber es entstand ein abwechslungsreiches Bild. Dies konnten die Altstadtfreunde bewundern, als Cornelia Bensinger, Vorsitzende des befreundeten Frankfurter Vereins Pro Altstadt, sie durch die historischen Gassen und romantischen Plätze, vorbei an prächtigen Patrizierhäuser mit malerischen Höfen führte. Entstanden sind in den 30 Gebäuden 80 Wohnungen und in den Erdgeschossen nach einem festgelegten Branchenmix Gastronomie, Gewerbe und Handel.

Können wir etwas von den Frankfurtern lernen? Ja: Rekonstruktion und Neubau können sehr gut nebeneinander bestehen, wenn die Planung klare Vorgaben macht. Das Straßenbild gefällt auch, weil eine Gestaltungssatzung aufdringliche Werbung verhindert. Und die Menschen fühlen sich in der Fußgängerzone der Altstadt wohl, weil dort wirklich kein einziges Auto fährt oder vor einem Geschäft einmal kurz hält.
Wilfried Kai

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