Mittwoch, 22.05.2019

Mit den Altstadtfreunden auf der Suche nach dem wehrhaften Aschaffenburg

Auf dem Stiftsberg verlief die Stadtmauer hoch über dem Löhergraben.
Wilfried Kaib
Montag, 09. 07. 2018 - 10:16 Uhr

Ein Spaziergang in Aschaffenburg kann recht unterhaltsam sein, wenn die Altstadtfreunde und Hans Sommer, ein Kenner in Sachen Stadtgeschichte, dabei sind. Anlässlich der Kulturtage haben wir nach den Resten der alten Stadtbefestigung gesucht, auch wenn nur wenige Relikte erhalten sind...

Ein Spaziergang in Aschaffenburg kann recht unterhaltsam sein, wenn die Altstadtfreunde und Hans Sommer, ein Kenner in Sachen Stadtgeschichte, dabei sind. Anlässlich der Kulturtage haben wir nach den Resten der alten Stadtbefestigung gesucht, auch wenn nur wenige Relikte erhalten sind. Anhand alter Dokumente und Stadtpläne zeigte Sommer auf, wo Mauern Feinde abwehrten und Tore Einlass gaben.

Wer weiß schon, dass an der Ecke Dalberg/Suicardusstraße einmal das Metzger- oder Windfangtor am inneren Mauerring aus dem 12. Jahrhundert war. Am anderen Ende der Dalbergstraße, neben der Löwenapotheke stand das Döngestor. Josef Forman, Vorsitzender der Altstadtfreunde, schlägt vor, an solchen markanten Orten auf die Stadtgeschichte hinzuweisen, sei es durch eine Informationstafel oder durch eine Markierung im Straßenbelag. Nicht nur Touristen, sondern auch die Aschaffenburger selbst könnten damit im Vorbeigehen etwas über frühere Zeiten erfahren. Die Reste dieses inneren Mauerrings um die obere Stadt zwischen Stiftskirche und Schloss weisen auf eine frühe Stadterweiterung hin. Anfangs waren vermutlich nur die Kuppen des Stifts- und Badberges befestigt.

Sommer führte die neugierige Gruppe dann über alte Weinbergsterrassen, nahe dem alten Badbergtreppchen hinunter zum Löhergraben, wo die ersten Abschnitte der Stadtmauer zu erkennen sind. Bis ins 14. Jahrhundert wuchs Aschaffenburg über den Landinggraben hinaus bis zum Herstallturm. Von den Befestigungen aus dieser Zeit ist deutlich mehr zu sehen, etwa die Mauer am Schöntal mit dem Torturm der Sandkirche und eben auch dem Herstall-Türmchen, dessen Zwillingsbruder samt dem Herstalltor dem Straßenbau zum Opfer fiel. Auch das Offene Schöntal zwischen Weißenburger und Friedrichstraße, Ende des 19. Jahrhunderts als Grünanlage gestaltet, diente als Stadtgraben einmal der Verteidigung. Damit waren aber noch nicht alle Stadtviertel gesichert: Ende des 14. Jahrhunderts wurde das Fischerviertel befestigt und mit dem Theoderichstor im Jahrhundert darauf die spätere Karlsvorstadt. Den Torbogen zierte einst das Wappen des Erbauers Theoderich Schenk von Erbach. Es ist aber schon sehr abgewittert und leider kaum noch zu erkennen. Die Altstadtfreunde, so Forman, wollen sich dafür einsetzen, dass es so schön restauriert wird wie Theoderichs Wappen an der Schöntalmauer.

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