Montag, 20.05.2019

Wegen Schloss Johannisburg und der Löwenapotheke nach Aschaffenburg

Altstadtfreunde
Sonntag, 22. 10. 2017 - 14:31 Uhr

Dass durch den Willen der Bürger ein Beschluss der Stadt Aschaffenburg umgedreht und die Löwenapotheke wieder aufgebaut worden sei, habe ihn tief beeindruckt, sagte Karl-Heinz Enderle, der Vorsitzende der Nürnberger Altstadtfreunde...

Dass durch den Willen der Bürger ein Beschluss der Stadt Aschaffenburg umgedreht und die Löwenapotheke wieder aufgebaut worden sei, habe ihn tief beeindruckt, sagte Karl-Heinz Enderle, der Vorsitzende der Nürnberger Altstadtfreunde. Mit zwei Reisebussen kamen nun 84 Nürnberger nach Unterfranken, nicht nur um Schloss Johannisburg, die Altstadt mit der Stiftskirche und den Landschaftsgarten Schönbusch zu bewundern, sondern insbesondere auch um sich über die Rekonstruktion der Löwenapotheke zu informieren. Enderle: „Ich bin begeistert von dem, was unsere Freunde in Aschaffenburg geleistet haben. Das prachtvolle Haus ist ein Gewinn für das Stadtbild.“
Die Nürnberger, die einen Besuch der Aschaffenburger Altstadtfreunde erwiderten, haben sich nicht nur der Denkmalpflege verschrieben, sondern auch dem Einsatz für ein gutes Stadtbild. In diesem Sinn kann auch einmal eine Rekonstruktion statt eines zeitgenössischen Neubaus angebracht sein. „Rekonstruktion“ war auch das Thema einer Exkursion, die sie zuvor in die neue „alte“ Altstadt zwischen Römer und Dom nach Frankfurt gebracht hatte. Wie umstritten dieser Begriff t, wissen die Nürnberger aus eigener Erfahrung. Großen Zuspruch erhalten sie immer dann, wenn sie Baudenkmäler vor dem Verfall retten, zum Beispiel bei den 18 denkmalgeschützten Gebäuden, sie gekauft und mit Spenden sowie staatlichen Mitteln saniert haben. Aktuell setzen sie das Gerberhaus in der Hinteren Ledergasse für 3,5 Mio. € instand. Wenn sie aber Verlorenes wieder herstellen wollen, sind sie auch kritischen Stimmen ausgesetzt. Dennoch finanzieren sie jetzt ausschließlich mit Spenden in Höhe von 5 Mio. € die Rekonstruktion des Hofes des Pellerhauses, das im Besitz der Stadt Nürnberg ist.
Mit ihren über 5.500 Mitgliedern, sagen die Nürnberger nicht ohne Stolz, seien sie die weltgrößte Denkmal- und Stadtbildinitiative. Und, so attestierten ihnen ihre Aschaffenburger Freunde, sicherlich auch eine der erfolgreichsten. Für die Aschaffenburger Altstadtfreunde hatte Harald Stritzinger die Gäste begrüßt und einen „Pompejaner“ überreicht. Er hob als Besonderheit Aschaffenburgs die Einheit von Stadt- und Landschaftsbild hervor. Stritzinger: „Die Sichtachse von dem Schloss im Landschaftsgarten Schönbusch gibt den Blick frei auf Schloss Johannisburg – und das über eine Distanz von rund 4.000 Metern.“
Text und Fotos: Wilfried Kaib

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