Donnerstag, 23.05.2019

Klöppeln - dieser Trend treibt es auf die Spitze

Montag, 25. 03. 2019 - 14:50 Uhr

„Handmade Spitze“, damit haben früher viele Frauen für einen Hungerlohn in der Zeit großer Armut ihre Familien unterstützt. Die Geschichte rund um dieses Handwerk, es stammt aus dem sechzehnten Jahrhundert, ist absolut faszinierend...

„Handmade Spitze“, damit haben früher viele Frauen für einen Hungerlohn in der Zeit großer Armut ihre Familien unterstützt. Die Geschichte rund um dieses Handwerk, es stammt aus dem sechzehnten Jahrhundert, ist absolut faszinierend. Von der Vielfältigkeit der teilweise recht komplizierten Muster einer handgeklöppelten Spitze waren damals Adel und Klerus geradezu besessen. Die Industrialisierung brachte im 19. Jahrhundert die Maschinenspitze hervor und machte das ehemalige Luxusgut zu einem erschwinglichen Modeaccessoire. Es veränderte zwar die Wertigkeit der Spitze, doch sie verlor nie ihren Reiz und kam auch nie wirklich aus der Mode. Heute ist ein Brautkleid ohne Spitze kaum denkbar, ebenso findet sie ihre Anwendung bei Abendkleidern, Alltagstextilien und natürlich bei Dessous. Die maschinell hergestellten Spitzen haben dieses alte Handwerk fast aussterben lassen. In den letzten Jahren versuchen einige Frauen (und wenige Männer) dieses alte Kunsthandwerk wieder neu zu beleben und der Nachwelt zu erhalten.
Das hat sich auch die Klöppelgruppe des Geschichtsvereins Pflaumheim 2006 e.V. zur Aufgabe gemacht. Nach langer Planung und vielen organisatorischen Stunden konnte Marianne Rollmann, die Leiterin der Klöppelgruppe, am Sonntag, den 17. März 2019 wieder fast 40 Klöpplerinnen im Pflaumheimer „Haus der Vereine“ zum 7. Ploimer Klöppeltag begrüßen. Die Gruppen kamen dafür extra aus Seligenstadt, Karlstein, Dorfprozelten, Großheubach, aus dem Odenwald und sogar aus Gochsheim bei Schweinfurt angereist.
Auch die Kinderklöppelgruppe „Otzberger Klöppelhexen“ aus dem Odenwald ist immer wieder gerne dabei. Sie brachte wie jedes Jahr eines ihrer großen Werke mit, das sie im Vorjahr auf dem Deutschen Klöppelkongress gemeinsam geklöppelt hat und so zeigte, was geschickte Hände mit Fleiß, Geduld und Fantasie zaubern können. Zudem waren etliche Schmuckstücke aus speziellem Material und aus sehr feinem Edelstahldraht neben den alten Klöppelmustern zu bestaunen. Einige der Besucher haben auch einmal die Klöppel selbst in die Hand genommen.
Den ganzen Tag wurde gemeinsam geklöppelt, Erfahrungen sowie Tipps und Tricks am Klöppelkissen ausgetauscht und informative Gespräche mit den Besuchern geführt. Klöppeln verbindet also nicht nur Fäden, sondern auch Menschen.
Fazit der Klöpplerinnen und Besucher: Schade, dass der schöne Tag schon vorbei ist. Nun darf man sich auf den nächsten Klöppeltag am 08. März 2020 freuen.
Marianne Rollmann und Karin Ming

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