So verdienen Preis-Vergleichsportale

Fragen & Antworten: Anbieter sollen transparenter werden - Prozess in München

München
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Vergleichsportal Check24
Check24: Sind die Infos für Verbraucher unzureichend? Foto: Christoph Schmidt (dpa)
Foto: Christoph Schmidt (dpa)
Prei­se ver­g­lei­chen in Se­kun­den: Mit die­sem Ver­sp­re­chen lo­cken In­ter­net­por­ta­le wie Check24, Ve­ri­vox oder preis24 Mil­lio­nen Kun­den an. Ist das un­lau­te­rer Wett­be­werb? Das wird der­zeit vorm Land­ge­richt Mün­chen ge­klärt.
 
Warum ha­ben Ver­si­che­rungs­ver­t­re­ter Check24 ver­klagt?

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskauflaute wirft dem Internetportal Irreführung der Verbraucher vor: Check24 tarne sich zwar als Preisvergleichsportal, arbeite aber genau wie ein Makler und kassiere Provisionen. Auf den ersten Blick könnten die Kunden dies nicht erkennen. Die Richter sollen klären, ob Check24 gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstößt. Mit der Klage strebt der Verband einen Musterprozess an, der auch Auswirkungen auf andere Vergleichsportale haben könnte. Schon zum Auftakt des Prozesses im Februar hatte die Vorsitzende Richterin Barbara Clementi einen Erfolg der Klage in diesem Punkt angedeutet: Der Besucher der Seite müsse verstehen, dass Check24 ein Makler ist und nicht nur ein Dienstleister, der Preise vergleicht. Dies bestätigte sie auch am zweiten Verhandlungstag: Denkbar wäre ein Fenster, das aufblinkt, sobald sich der Nutzer die Versicherungen ansieht.

Werden Verbraucher vor Vertragsabschluss ausreichend informiert?
Nach Ansicht der Versicherungsvertreter sind die Informationen auf Check24 unzureichend: Wer nur schlechte Deutschkenntnisse habe, könne schon mal eine Gebäudeversicherung abschließen statt einer Hausratversicherung, argumentierte ein Anwalt. Die Richterin sah das anders: Schon das Ausfüllen der erforderlichen Masken erfordere gewisse geistige Fähigkeiten, so dass man davon ausgehen könne, dass der Kunde weiß, was er tut. Bei einzelnen Versicherungsprodukten aber muss Check24 voraussichtlich nachbessern und zum Beispiel in der Hausratversicherung abfragen, ob ein Fahrrad zum Haushalt gehört. Eine Entscheidung in dem Verfahren soll am 13. Juli verkündet werden.

Von wem kassieren die Vergleichsportale Geld?
Die Portale haben meist Verträge mit den Versicherern oder Reiseanbietern abgeschlossen, deren Leistungen sie anbieten. Für jeden Kunden, den die Versicherer oder Reiseanbieter über die Portale gewinnen, zahlen sie Geld an die Portalbetreiber: Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung zum Beispiel soll die Provision laut Versicherungskreisen rund 50 bis 100 Euro pro Vertrag ausmachen. Aber: Provisionen sind Betriebsgeheimnisse. Allein in der letzten Wechselrunde für die Kfz-Haftlichtversicherung vermittelte Check24 rund 950 000 Verträge.
Firmengründer Henrich Blase wehrte sich gegen Forderungen aus der Politik, Betreiber von Portalen per Gesetz zur Offenlegung ihrer Gewinnbeteiligung zu verpflichten. Im Geschäftsleben sei es völlig untypisch, die Höhe der Provisionen bei einem Vertragsabschluss zu veröffentlichen. »Kein Autohändler oder kein Reisebüro macht das.«

Zeigen Vergleichsportale immer den günstigsten Preis?
Studienergebnis mehrerer Verbraucherzentralen: »Der Nutzen von Online-Buchungs- und Vergleichsportalen ist für Verbraucher eingeschränkt, da einige Portale häufig nicht den günstigsten Preis anzeigen.« Zum Teil fanden die Verbraucherschützer auf den Internetseiten der einzelnen Anbieter günstigere Preise als über die Portale. Das gilt besonders für Handy- und Onlinetarife: Dort war die eine Hälfte der angezeigten Preise auf den Portalen höher als bei einem Vertragsabschluss auf den Seiten der Anbieter, die andere Hälfte günstiger. Auch bei Flugpreisen schnitten die Portale schlecht ab. Check24 wies den Verbraucherzentralen aber methodische Mängel vor: Teilweise seien Äpfel mit Birnen verglichen worden. Deutsche Presse-Agentur (DPA)
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