Sich der Versicherungen versichern – Was wurde vor dem Tod abgeschlossen?

Auf alle Fälle vorgesorgt (Folge 16): Die Serie zum Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo

Aschaffenburg
3 Min.

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Alte Lebensversicherungen können gute Zinsen bieten. Eine Kündigung sollte daher immer gut abgewogen werden. Foto: Andrea Warnecke (dpa)
Foto: Andrea Warnecke
Beim Tod des Partners ans Geld denken: Das mag pietätlos klingen. Allerdings ist es gerade in einer emotionalen Ausnahmesituation notwendig, hier nicht den Überblick zu verlieren und beispielsweise Versicherungsleistungen zu sichten. Denn für die besteht der Anspruch auf Auszahlung. Ein Überblick:

Versicherungen. Gibt es Lebens- oder Unfallversicherungen, muss der Partner die Versicherungen in der Regel zeitnah über den Todesfall informieren. Verstreicht die vertraglich gesetzte Frist, können Versicherungen unter Umständen die Zahlung der Todesfallsumme verweigern.

Grundsätzlich enden Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherungen mit dem Tod der versicherten Person.

Reiserücktrittsversicherung. Der Partner stirbt, die geplante gemeinsame Reise kann nicht stattfinden: In diesem Fall drohen Stornokosten. Denn Trauer gilt nicht als unerwartet schwere Erkrankung. Deshalb zahlt die Reiserücktrittsversicherung nicht unbedingt die Kosten, zeigt ein Urteil des Amtsgerichts München (Az.: 233 C 26770/14). In diesem Fall hatte die Klägerin für sich und ihren Mann eine Reise gebucht und eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Unmittelbar darauf starb der Gatte. Die Versicherung nahm den Vertrag einige

Tage später an, ohne vom Tod des Mannes zu wissen. Deshalb bekam die Frau kein Geld zurück von der Versicherung.

Immobilie. Stirbt ein Ehepartner, erbt der andere die selbstgenutzte Immobilie steuerfrei. Problematisch wird es, wenn der Hinterbliebene nicht mehr dort leben will, weil die Wohnung für ihn allein beispielsweise zu groß ist. Vermeiden lässt sich das etwa durch eine vorzeitige Schenkung mit Nießbrauchsvorbehalt: Haus oder Wohnung gehört dem Beschenkten, der Schenkende darf sie aber sein Leben lang nutzen. So lässt sich, wenn der Ehepartner stirbt, ein lebenslanges Wohnrecht de Hinterbliebenen eintragen. Mit der Festsetzung im Übergabevertrag braucht sich der hinterbliebene Ehepartner keine Sorgen zu machen, auch wenn er in dem gemeinsamen Haus lediglich zur Miete bei seinem Kind wohnt und nur eine kleine Rente bezieht.

Wer erbt, muss Erbschaftssteuer zahlen. Die lässt sich aber in Teilen von der Steuer absetzen. Es gibt aber Steuerbefreiungen und Freibeträge. Ehepartner können bis zu 500 000 Euro steuerfrei erben.

Witwenrente. Hinterbliebene haben Anspruch auf eine Witwen- bzw. Witwerrente. Eine wichtige Voraussetzung haben Paare dafür zu erfüllen: Sie müssen mindestens ein Jahr vor dem Tod des Partners verheiratet gewesen sein oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt haben. Verzahnt sind deren Unterschiede mit den Regelungen nach altem und neuem Recht. Um Anspruch auf eine Witwen-/ Witwerrente zu haben, müssen Voraussetzungen erfüllt sein: Der Verstorbene muss grundsätzlich die Mindestversicherungszeit von insgesamt fünf Jahren erfüllt haben.

Bei einer Eheschließung vor 2002 und dem Geburtsdatum des verstorbenen Ehepartners vor 1962 gilt das alte Recht. Demnach steht der oder dem Hinterbliebenen 60 Prozent der Rente zu, die der oder die Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes bezogen hat. Haben die Eheleute nach 2002 geheiratet, gilt das neue Recht. Hier werden 55 Prozent gezahlt. Stirbt ein Partner vor dem Renteneintrittsalter, errechnet sich der Anspruch auf Hinterbliebenenrente auf Grundlage der bis dahin geleisteten Beiträge bei der Rentenversicherung.

Heiratet der hinterbliebene Partner erneut, fällt die Witwen-/ Witwerrente nach alter wie nach neuer Rechtslage weg. Auf Antrag wird aber eine Abfindung gezahlt: Sie beträgt zwei Jahresbeträge der Witwen- oder Witwerrente, die in den vorherigen zwölf Monaten im Durchschnitt gezahlt wurde.

Erziehungsrente. Anspruch haben diejenigen, die von dem gestorbenen Versicherten geschieden waren, aber ein gemeinsames Kind unter 18 Jahren erziehen. Die Erziehungsrente soll die Unterhaltszahlungen ersetzen und die Erziehung des Kindes ermöglichen. Im Gegensatz zur Waisenrente leitet sich die Erziehungsrente nicht aus der Rentenversicherung des verstorbenen Partners ab, sondern von den eigenen Rentenansprüchen. Dafür muss man mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

bKostenlose Beratung erhalten Betroffene bei der Deutschen Rentenversicherung.

Der Vorsorge-Ordner

Im Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo finden alle wichtigen Dokumente ihren geordneten Platz. Außerdem enthält der Ordner Links, wichtige Adressen, praktische Tipps und ergänzende Informationen zu den Themenbereichen o Persönliches o Finanzeno Vollmachten o Medizinische Dateno Nachlassregelung.

Abonnenten bezahlen für den Vorsorge-Ordner 22,90 Euro, zzgl. 5,90 Euro Versandkosten. Nicht-Abonnenten zahlen 28,90 Euro plus 5,90 Euro Versandkosten.Der Ordner kann unter main-echo.de/vorsorgeordner oder unter 06021/ 396-405gekauft werden.

Die Serie zum Ordner

Dienstag, 8. Juni: Gesetzliche Rente

Freitag, 11. Juni: Geförderte Modelle der privaten Altersvor-sorge

Dienstag, 15. Juni: Ungeförderte Modelle der privaten Altersvorsorge

Freitag, 18. Juni: Pflegegrade

Dienstag, 22. Juni: Pflegekosten

Freitag, 25. Juni: Vorsorgevoll-macht

Dienstag, 29. Juni: Patienten-verfügung

Freitag, 2. Juli: Das Testament

Dienstag, 6. Juli: Zehn Dinge, die nach dem Todesfall zu regeln sind

Freitag, 9. Juli: Was passiert mit der Wohnung?

Dienstag, 13. Juli: Tabu Sterbehilfe, die Rechtslage in Deutschland

Freitag, 16. Juli: Das digitale Erbe

Dienstag, 20. Juli: Wie Trauerredner trösten

Freitag, 23. Juli: Was kostet die Bestattung?

Dienstag, 27. Juli: AlternativeFormen der Bestattung

In dieser Ausgabe: Wenn der Partner stirbt, wann zahlt welche Versicherung?

Dienstag, 3. August: Im Hospiz soll niemand allein sterben

 

bAlle Beiträge zu dieser Serie im Online-Dossier: www.main-echo.de/vorsorge

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