Für Pflege zusatzversichern?

Auf alle Fälle vorgesorgt (Folge 5): Die Serie zum Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo – Vermögen schützen oder investieren?

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Pflegebedürftige bei der Körperpflege zu unterstützen, erfordert Wissen und Feingefühl.
Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
Pflege kostet – auch wenn es über die Einstufung in Pflegegrade und die gesetzliche Pflegeversicherung eine finanzielle Unterstützung des Staates gibt. Aber wer einen Angehörigen zur stationären Pflege in einem Heim hat, weiß, dass die Kosten immens sind. Hilft da eine Pflegezusatzversicherung? Vor Abschluss einer solchen Zusatzversicherung sollten sich Angehörige sicher sein, dass sie sich hier nicht von Emotionen leiten lassen: Denn gerne sagen gerade ältere Menschen, sie möchten ihren Kindern und Enkeln nicht auf der Tasche liegen. Solche Aussagen erzeugen Druck. Besser ist es, genau zu rechnen. 

 


Generell liegen die Kosten fürs Heim deutlich über den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Derzeit beträgt der Eigenanteil bei stationärer Pflege im Durchschnitt etwa 2000 Euro. Dafür wird häufig die Rente des Pflegebedürftigen oder sein Vermögen herangezogen. Reicht das nicht aus, springt das Sozialamt ein. Nur: Das kann sich die Vorleistung von Verwandten zurückholen. Allerdings: Kinder müssen für diese Vorleistung erst aber 100 000 Euro Jahresgehalt zahlen. Auch Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen dürfen nicht uneingeschränkt herangezogen werden. Ist von der Rente beispielsweise der Ehepartner abhängig, muss das berücksichtigt werden. Das gilt auch bei selbst genutzten Immobilien. 
Pflegezusatzversicherungen sind also ein Vermögensschutz. Geht es zum Beispiel darum, eine Immobilie vor der Verwertung oder das hohe Einkommen des eigenen Kindes schützen, kann eine solche Versicherung helfen. Ist allerdings nichts vorhanden, dann gibt es auch nichts zu schützen. Generell sollten sich Angehörige fragen, ob sie etwa das Elternhaus übernehmen wollen – oder ob es nach dem Wechsel der Eltern oder eines Elternteils in ein Heim nicht sinnvoller ist, die Immobilie zu verkaufen. Das Problem bei Pflegezusatzversicherungen: Der Markt ist unübersichtlich, Tarife sind schwer vergleichbar. Neben den vergleichsweise selten zu findenden Pflegekostenversicherungen, die tatsächlich anfallende Pflegekosten auf Nachweis erstatten, finden sich vor allem zwei Varianten: Pflegerentenversicherungen und Pflegetagegeldversicherungen.
Bei Pflegerentensicherungen handelt es sich um Lebensversicherungstarife. Deren Beiträge steigen in der Regel nicht so stark. Abgesichert ist hier meist eine monatliche Rente, die bei Pflegebedürftigkeit gilt. In der Regel ist diese Form teuer, bietet aber den Vorteil der Beitragsstabilität. Und: Je nach Tarif gibt es Geld zurück, wenn der Vertrag gekündigt wird oder der Pflegebedürftige nach nur kurzer Pflegezeit stirbt.
Pflegetagegeldversicherung
Häufiger sind Pflegetagegeldversicherungen. Hier wird ein Tagessatz abgesichert, der unter bestimmten Voraussetzungen gezahlt wird. Dabei orientieren sich die Versicherer meist an den Pflegegraden der gesetzlichen Pflegeversicherung. Der höchste Satz wird für den höchsten Pflegegrad abgeschlossen. ?Für die Grade darunter stuft sich der täglich zu zahlende Betrag ab – um einen festen Prozentsatz oder individuell nach den Vorstellungen der Kunden. Pflegetagegeldversicherungen sind Krankenversicherungstarife, Beiträge können deshalb stark steigen. Zudem gilt es, Details zu berücksichtigen: Das können unterschiedlich umfangreich ausfallende Gesundheitsaspekte sein – aber auch die Wartezeiten nach Abschluss der Versicherung, in denen kein oder eingeschränkter Versicherungsschutz besteht. 
Auch die Definition von Pflegebedürftigkeit kann wichtig sein: Hier gelten meist die Regelungen der sozialen Pflegeversicherung. Stellt der medizinische Dienst der Krankenkasse eine Pflegebedürftigkeit fest, gilt diese auch für die zusätzliche private Pflegeversicherung. ?Gesetzliche Voraussetzungen aber können sich ändern, so wie der Wechsel von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade. Verbraucherzentralen beraten in dieser Hinsicht – dann aber auch in der Regel kostenpflichtig.

STEFAN REIS

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