Frankfurt fusioniert mit Alzenau

Geldwirtschaft: Kooperation der ungleich großen Genossenschaftsbanken gilt als echte Überraschung

Alzenau
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Die VR-Bank Alzenau (Kreis Aschaffenburg) - unser Bild zeigt die Zentrale in der Hanauer Straße 13 - kooperiert künftig mit der Frankfurter Volksbank. Foto: Thomas Jungewelter
Foto: Thomas Jungewelter

Die VR-Bank Alzenau (Kreis Aschaffenburg) kooperiert künftig mit der Frankfurter Volksbank. Ziel dieser Kooperation ist eine Fusion. Den Abschluss einer Vereinbarung hat Matthias Otte (VR Bank Alzenau, Leiter Marketing und Vertrieb) am Montag unserer Redaktion mitgeteilt. Für den Mittwoch ist eine Pressekonferenz angesetzt, in der die weiteren Schritte erläutert werden sollen.

Kehrtwende nach drei Jahren

Im Reigen der zahlreichen Zusammenschlüsse ist diese länderübergreifende Fusion eine besondere:

Die Partner unterscheiden sich immens in der Größe. Während die Frankfurter Volksbank (nach der Berliner Volksbank) die zweitgrößte genossenschaftlich organisierte Bank in Deutschland ist (12,2 Milliarden Euro Bilanzsumme, 1500 Mitarbeiter, 250 000 Mitglieder), so sind die Ausmaße der Alzenauer Bank eher bescheiden. Man zählt 42 Mitarbeiter und 9800 Mitglieder und hat zuletzt eine Bilanzsumme von 424 Millionen Euro ausgewiesen.

Bemerkenswert ist der Schritt auch vor dem Hintergrund, dass die VR-Bank Alzenau vor drei Jahren überraschend verkündet hatte, sich mit keinem der direkten Nachbarinstitute verbinden zu wollen. Damals hieß es, dass man sich vom »allgemeinen Fusionsfieber der Finanzbranche« (Zitat Vorstandsvorsitzende Sigrid Werner) nicht anstecken lassen wolle. »Größe alleine löst keine Probleme«, hieß es seinerzeit zu dem Beschluss, es ganz bewusst bei der VR-Bank mit den Standorten Alzenau, Schöllkrippen, Karlstein und Kleinostheim belassen zu wollen.

Nun also die Kehrtwende, die Matthias Otte so erläutert: »Durch den geplanten Zusammenschluss mit der mitgliederstärksten Volksbank Deutschlands schaffen wir eine nachhaltige Zukunftsperspektive für unsere regionale VR-Bank.« Zielsetzung sei der Zusammenschluss beider Häuser im nächsten Jahr.

Fünf Jahre Bestandsgarantie

Otte sagt, dass der Schritt keine negativen Auswirkungen für die Kunden in der Region haben werde. So bleibe es bei den »bekannten Ansprechpartnern vor Ort«. Und: Für alle Mitarbeiter »gilt eine Beschäftigungsgarantie von fünf Jahren. Eine »mindestens« fünfjährige Bestandsgarantie gelte überdies für das gesamte Filialnetz der VR-Bank Alzenau.

Der letzte große Veränderungsprozess war in der Zeit von 2008 bis 2011, als die damalige RV-Bank Alzenau und die Raiffeisenbank Schöllkrippen sich zur VR-Bank zusammentaten. Man zählte zu den ersten Häusern, die mit teils radikalen Schnitten an das Netz der Geschäftsstellen gingen. Der Rückzug aus der Fläche war in der Regel von Protesten begleitet, wurde allerdings davon unbeeindruckt durchgezogen.

Die aktuelle Frankfurter Volksbank ist das Ergebnis von 19 Fusionen in den vergangenen drei Jahrzehnten. »Mit der Kooperation können wir unseren Kunden und Mitgliedern das gesamte Leistungsspektrum der Frankfurter Volksbank anbieten«, heißt es von den Alzenauern.

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