Die Rente ist sicher zu niedrig

Auf alle Fälle vorgesorgt (Folge 1): Die Serie zum Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo - Chancen und Risiken der gesetzlichen Rente

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Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) plakatiert 1986 zur Sicherheit der Renten. Heute braucht es für den Ruhestand mehr als ein zuversichtliche Lächeln. Foto: P. Popp (dpa)
Foto: Peter Popp

Widerspruch gibt es auch 35 Jahre später nicht: »Denn eins ist sicher: Die Rente«, plakatierte der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm 1986 an eine Litfaßsäule. Die gesetzliche Rente wird auch künftig die stärkste Säule der Altersvorsorge in Deutschland sein, sagen Wirtschaftsweise im Gleichklang. Nur: Sich auf diese gesetzliche Rente zu verlassen - das könnte in Zukunft ein mit Risiken behafteter Gedanke sein. Denn auch wenn die Rente sicher ist: Häufig - und wohl immer öfter - reicht sie nicht aus, um den erworbenen Lebensstandard im Alter zu halten.

Sinnvoll ist also, die gesetzliche Rente als Grundversorgung zu verstehen und durch beiden anderen Säulen des Systems - private und betriebliche Altersvorsorge - zu stützen.

Das Relativieren der gesetzlichen Rente hat mit drei Faktoren zu tun: Die Geburtenrate im Land ist seit Jahrzehnten zu gering, damit Arbeitnehmer allein das gesetzliche Rentensystem - und damit für die aktuelle Generatio, aber auch für sich selbst - auf anhaltend hohem Niveau zu finanzieren. Und die Lebenserwartung wird länger. Zudem werden versicherungsfremde Leistungen durch immer weiter steigende Bundeszuschüsse zur gesetzlichen Rentenversicherung finanziert.

Mathematische Gewissheit

Bezog ein Ruheständler - mit durchschnittlichem Einkommen während seines Berufslebens - 1960 nicht ganz zehn Jahre lang seine Rente, bevor er starb, stieg die Dauer des Rentenbezugs in Deutschland bis 2019 auf 19,9 Jahre. Zeitgleich sank die Zahl der Beitragszahler. Kamen 1962 auf einen Rentner sechs aktiv Versicherte, sind es heute zwei. Dass die »Gesetzliche« nicht mehr zur alleinigen Absicherung taugt, ist also keine politisch-ideologische Frage, sondern mathematische Gewissheit.

Eine Milchmädchenrechnung dürfte als das gerade in Wahlkampfzeiten gerne hervorgezauberte Versprechen sein, das Rentenniveau nicht zu stark abzusenken und zugleich den Beitragssatz nicht zu stark zu erhöhen.

Trotzdem bleibt die gesetzliche Rentenversicherung ein starkes Fundament für die Perspektiven von Ruheständlern: betriebliche und private Altersvorsorge sind rücklagenfinanziert - also auf Erträge am Kapitalmarkt angewiesen. Gerade in Krisenzeiten - wie die aktuelle Pandemie gezeigt hat - kann es hier zu Wegbrüchen kommen, im schlimmsten Fall zum Verlust der Einlagen. Die umlagenfinanzierte gesetzliche Rentenversicherung kennt solche Schwankungen und Risiken nicht, ist also vergleichsweise unabhängig von äußeren Einflüssen.

Allerdings: Obwohl der überwiegende Teil der Erwerbstätigen zusätzlich vorsorgen muss, handeln längst nicht alle danach: In 10,6 Millionen deutschen Haushalten gab es laut Statistik im vergangenen Jahr eine private Altersvorsorge - bei mehr als 50 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter. Zwar steht Deutschland im internationalen Vergleich gut da: Ruheständler haben im Schnitt etwa 89 Prozent der Durchschnittseinkommen, heißt es in einer Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Altersarmut ist also noch eher ein abstraktes Phänomen: Doch das könnte sich durch die demografischen Entwicklung ändern. > Seiten 1 und 7

Der Vorsorge-Ordner

Im Vorsorge- Ordner des Medienhauses Main-Echo finden alle wichtigen Dokumente ihren geordneten Platz. Außerdem enthält der Ordner Links, wichtige Adressen, praktische Tipps und ergänzende Informationen zu den Themenbereichen

• Persönliches

• Finanzen

• Vollmachten

• Medizinische Daten

• Nachlassregelung.

Abonnenten bezahlen für den Vorsorge-Ordner 22,90 Euro, zzgl. 5,90 Versandkosten. Nicht-Abonnenten zahlen 28,90 Euro plus 5,90 Euro Versandkosten.

Der Ordner kann unter

main-echo.de/vorsorgeordner oder unter 06021/ /396-405

gekauft werden.

Die Serie zum Ordner

Auf dieser Seite: Gesetzliche Rente

Freitag, 11. Juni: Geförderte Modelle

der privaten Altersvorsorge

Dienstag, 15. Juni: Ungeförderte Modelle der privaten Altersvorsorge

Freitag, 18. Juni: Pflegegrade

Dienstag, 22. Juni: Pflegekosten

Freitag, 25. Juni: Vorsorgevollmacht

Dienstag, 29. Juni:

Patientenverfügung

Freitag, 2. Juli: Das Testament

Dienstag, 6. Juli: Zehn Dinge, die nach dem Todesfall zu regeln sind

Freitag, 9. Juli: Was passiert mit der

Wohnung?

Dienstag, 13. Juli: Tabu Sterbehilfe, die Rechtslage in Deutschland

Freitag, 16. Juli: Das digitale Erbe

Dienstag, 20. Juli: Wie Trauerredner trösten

Freitag, 23. Juli: Was kostet die Bestattung?

Dienstag, 27. Juli: Alternative Formen der Bestattung

Freitag, 30. Juli: Wenn der Partner stirbt, wann zahlt welche Versicherung?

Dienstag, 3. August: Im Hospiz soll niemand allein sterben

bAlle Beiträge werden eingestellt in das Online-Dossier www.main-echo.de/vorsorge

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