Der letzte Wille

Für alle Fälle vorgesorgt (Folge 17 und Schluss):Die Serie zum Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo - Die Hospiz-Entscheidung

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Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen. Foto: Felix Kästle (dpa)
Foto: Felix Kästle
Es ist der wohl letzt­mög­li­che ei­ge­ne Wunsch, den ein Mensch äu­ßern kann: das Ab­leh­nen ei­ner me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung und das Ent­ge­gen­bli­cken des To­des. Und doch kann auch hier ver­nünf­tig vor­ge­sorgt wer­den, da­mit das Ster­ben nicht zur Qual der Ein­sam­keit wird.

Die Hospiz-Idee ist alt, sie hat ihren Ursprung im Mittelalter - allerdings unter anderen Vorzeichen: Damals wurden entlang der Pilgerstraßen Herbergen als Orte der Gastfreundschaft errichtet, die sogenannten Hospize. In diesen Häusern wurden auch weitab ihrer Heimat erkrankte und sterbende Menschen versorgt. Aus dieser Idee heraus gründete die britische Ärztin Cicely Saunders (1918 bis 2005) nach dem Zweiten Weltkrieg die Hospizbewegung , damit Schwerkranke und Sterbende in einer für sie würdig empfunenen Umgebung ohne zu leiden bis zuletzt leben können.

In der Folge einige wichtige Fragen und Antworten zum Hospizgedanken:

Wer kann einen Hospizdienst in Anspruch nehmen?

Die moderne Medizin arbeitet nach dem Konzept der Early Integration. Palliative, also lindernde Behandlung, soll frühzeitig begleitend beginnen. Die Hospiz- und Palliativbegleitung konzentriert sich in der Regel auf die letzten sechs Monate im Leben eines Menschen. Das bedeutet nicht, dass Menschen nicht länger in einer Hospizeinrichtung verbringen können, wenn sich ihr Leben verlängert - oder auch nur für die letzten Stunden ihres Lebens in eine solche Einrichtung gehen.

Wer die Hospizhilfe in Anspruch nehmen will braucht eine Bescheinigung eines Arztes. Zudem müssen Symptome vorliegen, um im Hospiz oder in der ambulanten Palliativversorgung aufgenommen zu werden. Letztere betrifft in der Regel Patienten, deren Erkrankungen fortgeschritten sind und die unter komplexen Symptomen leiden, beispielsweise Tumorerkrankungen neurologische Erkrankungen (zum Beispiel Parkinson) schwere Herz- oder Nierenschwäche.

Wie findet man das richtige Angebot?

Gesetzliche und private Krankenkassen sind seit 2016 verpflichtet, über Palliativversorgung, Hospizdienste und -stationen in der Region zu informieren. Eine kostenlose Beratung bieten ambulante Hospizdienste und kommunale Pflegestützpunkte. Auch Hausärzte und die Sozialdienste in Krankenhäusern können weiterhelfen.

Wie steht es mit den Kosten?

Die Kosten werden zu 95 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen übernommen. Die restlichen Kosten tragen die Hospize selbst, die sich durch Spenden und durch ehrenamtliche Hospizhelfer finanzieren.

Wann kommt welches Hospiz infrage?

Die Entscheidung liegt beim Patient. Meist meldet sich im Hospiz an, wer zu Hause nicht die räumliche Möglichkeit hat, um in einer Pflegesituation zu sterben.

Die Serie zum Ordner

Dienstag, 8. Juni: Gesetzliche Rente

Freitag, 11. Juni: Geförderte Modelle der privaten Altersvor-sorge

Dienstag, 15. Juni: Ungeförderte Modelle der privaten Altersvorsorge

Freitag, 18. Juni: Pflegegrade

Dienstag, 22. Juni: Pflegekosten

Freitag, 25. Juni: Vorsorgevollmacht

Dienstag, 29. Juni: Patienten-verfügung

Freitag, 2. Juli: Das Testament

Dienstag, 6. Juli: Zehn Dinge, die nach dem Todesfall zu regeln sind

Freitag, 9. Juli: Was passiert mit der Wohnung?

Dienstag, 13. Juli: Tabu Sterbehilfe, die Rechtslage in Deutschland

Freitag, 16. Juli: Das digitale Erbe

Dienstag, 20. Juli: Wie Trauerredner trösten

Freitag, 23. Juli: Was kostet die Bestattung?

Dienstag, 27. Juli: AlternativeFormen der Bestattung

Freitag, 30. Juli: Wenn der Partner stirbt, wann zahlt welche Versicherung?

In dieser Ausgabe: Im Hospiz soll niemand allein sterben

bAlle Beiträge zu dieser Serie im Online-Dossier unter: www.main-echo.de/vorsorge

Der Vorsorge-Ordner

Im Vorsorge-Ordner des Medienhauses Main-Echo finden alle wichtigen Dokumente ihren geordneten Platz. Außerdem enthält der Ordner Links, wichtige Adressen, praktische Tipps und ergänzende Informationen zu den Themenbereichen • Persönliches • Finanzen• Vollmachten • Medizinische Daten• Nachlassregelung.

Abonnenten bezahlen für den Vorsorge-Ordner 22,90 Euro, zzgl. 5,90 Euro Versandkosten. Nicht-Abonnenten zahlen 28,90 Euro plus 5,90 Euro Versandkosten.Der Ordner kann unter main-echo.de/vorsorgeordner oder unter 06021/ 396-405gekauft werden.

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