Freitag, 22.02.2019

Die Queen sucht einen Butler

Monarchie:Die Royals geben ganz normal Stellenanzeigen auf - Über Lohn reden sie aber nicht so gern

Den Haag / London / Oslo
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Den Schirm muss sie nicht selbst tragen: Queen Elizabeth II. nach dem Sonntagsgottesdienst in der St Mary Magdalene Church. Foto: Joe Giddens/PA Wire (dpa)
Foto: Joe Giddens

Man­che Be­rufs­wün­sche wer­den für im­mer Träu­me blei­ben - das ist nun ein­mal ei­ne bit­te­re Wahr­heit. Prin­zes­sin zum Bei­spiel. Sch­ließ­lich kann nicht je­der ei­ne Meg­han Mark­le oder Má­xi­ma Zor­re­gu­ie­ta sein. Aber ein Le­ben am kö­n­ig­li­chen Ho­fe muss nicht so un­er­reich­bar sein wie das ei­ner Dis­ney-Fee.

Die britische Queen etwa sucht gerade einen Butler. Freundlich muss er sein, hilfsbereit und ein echter Teamplayer, so heißt es in der Stellenanzeige des Hofes, und »fähig, mit allen möglichen Menschen zu kommunizieren« - von high bis low sozusagen. Das klingt alles recht locker. Ähnlich lesen sich auch Stellenanzeigen anderer Königshäuser.

Prunkvolle Arbeitsplätze

Der norwegische König Harald etwa sucht Putzleute oder vornehmer: Haus-Assistenten: »Hast du Erfahrung mit der Reinigung von Hotels, Großhaushalten oder Büros?« Mit dieser skandinavisch familiären Anrede hofft das Königshaus, zum 1. März offene Stellen zu besetzen. Prunkvoller könnten die Arbeitsplätze kaum sein: das königliche Schloss in Oslo oder »Skaugum«, die Residenz von Kronprinz Haakon und seiner Prinzessin Mette-Marit.

Eine besondere Ausbildung scheint nicht nötig. So ein »husassistent« sollte natürlich putzen und Blumen arrangieren können. Führerschein wäre gut und auch Computerkenntnisse. Und sonst? Hauptsache freundlich und flexibel. Ach ja - noch eine Kleinigkeit. Diskretion ist für eine Anstellung bei Hofe - wo auch immer - Pflicht. Schließlich wollen die Herrschaften eher nicht gern in der Zeitung lesen, wie es bei ihnen zugeht.

Die Oranjes in den Niederlanden stellen höhere Ansprüche: So wurde für die königlichen Ställe ein Kutscher gesucht. Der sollte über ausgezeichnete Manieren verfügen und auch gleich mehrere Fremdsprachen beherrschen - Reiten musste er natürlich auch können. Von einer Telefonistin im Den Haager Palast erwartete man Humor, das ist natürlich nie verkehrt.

Wer von einer Karriere bei Königs träumt - aufgepasst. Hofdame, Großmeister, Zeremonienmeister, Hofmarschall, Kammerherr - wenn man das hört, wähnt man sich schnell in fernen Märchenzeiten. Diese Ämter dagegen werden meist nicht über ordinäre Stellenanzeigen besetzt.

Im sonst so lockeren Holland etwa dringt dazu nichts aus dem Palast heraus. Dabei geht König Willem-Alexander durchaus mit der Zeit. Nach der Thronübernahme von seiner Mutter Beatrix 2013 modernisierte er die Hofhaltung, stellte einen Redenschreiber ein und auch einen Direktor fürs Digitale.

Diskretion hat ihren Preis

Auch wenn's ums Geld geht, sind viele Royals lieber diskret. Der norwegische Hof etwa schweigt zur Lohn-Frage für die Haus-Assistenten. Der müsse je nach Qualifikation und Erfahrung ausgehandelt werden.

Sehr karg sollte die Bezahlung aber wohl besser nicht sein. Denn Diskretion hat auch einen Preis. Gerade die britische Königsfamilie weiß aus eigener Erfahrung, wie ehemalige Butler oder Leibwächter sich bei einschlägigen Medien ein Zubrot verdienten.

Und was kann ein Butler von den Windsors erwarten? Ist es wirklich ein Traumjob? Im teuren London scheinen die angebotenen rund 23 000 Euro im Jahr etwas kärglich. Allerdings sind Kost und Logis inklusive.

Außerdem handelt es sich um einen veredelten Ausbildungsplatz: »Wenn Sie uns auf unserem sehr etablierten Karriere-Weg begleiten, werden wir Ihnen dabei helfen, ein All-Round Gastgeber-Experte zu werden.« Wow! Interesse? Dann beeilen Sie sich, Bewerbungsschluss ist der 17. Februar.

Zur Person: Prinz Philip verzichtet auf den Führerschein

Der 97-jährige Ehemann der britischen Königin, Prinz Philip, hat seinen Führerschein abgegeben. Das teilte der Buckingham-Palast am Samstagabend mit. Philip habe die Entscheidung freiwillig und nach sorgfältiger Überlegung getroffen, hieß es.

Philip war erst Mitte Januar in einen Unfall nahe des königlichen Landsitzes Sandringham verwickelt gewesen. Der Prinzgemahl der Queen (92) war beim Einbiegen auf eine stark befahrene Straße mit einem anderen Auto zusammengestoßen und hatte sich in seinem Land Rover überschlagen. Er kam aber ohne Blessuren davon. Im anderen Fahrzeug brach sich eine Beifahrerin ein Handgelenk, die Fahrerin erlitt Schnittwunden am Knie. Ein neun Monate altes Baby im Auto blieb unverletzt. ()

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