Über 80 Prozent des Spielzeugs mit Schadstoffen belastet

Gefahr im Kinderzimmer
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Das Ergebnis der "Stiftung Warentest" ist alarmierend: Mehr als 80 Prozent der für die Zeitschrift »test« überprüften Spielzeuge waren mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet. Für Eltern ist es indes fast unmöglich, beim Einkauf belastetes Spielzeug zu erkennen. Doch das Internet bietet Möglichkeiten, sich vorher zu informieren.

Eltern können die Schadstoffbelastung von Spielzeug im Laden nicht beurteilen. »Es gibt kein Erkennungszeichen, das hundertprozentig sicher ist«, sagte Eckhard Benner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart am Donnerstag dem dpa-Themendienst. Am ehesten eignen sich der Stiftung Warentest zufolge das GS-Zeichen oder TÜV-Prüfsiegel. Mehr als 80 Prozent der für die Zeitschrift »test« (Ausgabe 11/2010) überprüften Spielzeuge waren mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet, teilte die Stiftung in Berlin mit.

Verbraucher müssten sich bei Spielzeug auf die Marktaufsicht verlassen, erläuterte Benner. Ist ein Artikel aber einmal im Handel, sei es nicht möglich, eine Belastung durch Schadstoffe zu erkennen. Zwei Drittel der Spielwaren waren im Test sogar stark bis sehr stark belastet, lautet ein Ergebnis der Warentester. Außerdem gelte: »Made in Germany ist nicht besser als Made in China«, sagte Bereichsleiter Hubertus Primus von der Stiftung Warentest bei der Testvorstellung.

Vor allem Holzspielzeug schneidet schlecht ab: Alle untersuchten Artikel enthielten Schadstoffe. Der Test raube Eltern die Illusion, dass Holzspielzeug die bessere Alternative ist, erklärte Primus. Dagegen waren sechs der acht nicht belasteten Spielzeuge aus Plastik.

Die Stiftung Warentest rät, beim Kauf von Spielzeug auf ablösbare Kleinteile zu achten. Im Test hatten sich bei fünf Spielzeugen Einzelteile gelöst, die Kinder leicht verschlucken können. Puppen für Kleinkinder sind am besten aus Stoff – sie seien in der Regel nicht belastet. Wenig Verlass sei auf das CE-Prüfsiegel, urteilten die Warentester. Die Hersteller garantieren mit dem Zeichen zwar, dass alle geltenden EU-Richtlinien eingehalten werden. Es sage aber kaum etwas über Schadstoffbelastungen aus.

Die Warentester raten auch, vor dem Kauf am Spielzeug zu schnuppern, um mögliche Schadstoffe am Geruch zu erkennen. »Das ist aber nicht zuverlässig und hilft vor Ort im Laden nicht weiter«, urteilte Verbraucherschützer Benner. Eltern hätten aber die Möglichkeit, sich im Internet über die Belastung des Spielzeugs zu informieren: Die EU-Kommission veröffentlicht jede Woche eine aktualisierte Liste mit unsicherem Spielzeug.

Unter den Schadstoffen, die besonders häufig im Spielzeug enthalten waren, sind zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. Sie seien nachweislich krebserzeugend, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin. Die chemische Verbindung Formaldehyd fanden die Tester im Holzspielzeug: Sie kann Haut und Schleimhaut reizen und Allergien auslösen. dpa

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