Berichte: Maxwell in Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell bei der Hochzeit einer Freundin in England.
Foto: Chris Ison/PA Wire/dpa
Maxwell-Prozess
Ghislaine Maxwell (M) sitzt während ihres Prozesses wegen Sexhandels im New Yorker Gerichtssaal.
Foto: Elizabeth Williams/AP/dpa
Ghislaine Maxwell soll eine zentrale Rolle beim sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch den US-Multimillionär Jeffrey Epstein gespielt haben. Im Prozess in New York fällte die Jury nun ihr Urteil.

New York (dpa) - Die Ex-Partnerin des verstorbenen US-Multimillionärs Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen worden.

Die zwölf Geschworenen des Prozesses vor einem New Yorker Gericht fällten ihr Urteil am Mittwoch nach mehrtägigen Beratungen. In dem seit November laufenden Prozess wurde Maxwell vorgeworfen, als Helferin des bis in höchsten Kreise vernetzten Epsteins eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen gespielt zu haben.

Maxwell wies Vorwürfe zurück

Die 60-Jährige war in sechs Punkten angeklagt, unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken. In fünf dieser Anklagepunkte wurde sie schuldig gesprochen. Ihr droht eine längere Haftstrafe - das Strafmaß wird Richterin Alison Nathan zu einem späteren Zeitpunkt festsetzen. Maxwell hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und während des Prozesses auf eine Aussage verzichtet.

Die Verteidigung hatte den Fall von Beginn an als juristische Abrechnung und Stellvertreterprozess dargestellt, da die Staatsanwaltschaft Epstein selbst nicht mehr belangen konnte. Der 66-Jährige war während der Vorbereitung auf den Missbrauchsprozess gegen ihn im August 2019 leblos in seiner Gefängniszelle gefunden und im Krankenhaus für tot erklärt worden. Ein Obduktionsbericht stellte Suizid fest.

Die Anklage hatte dagegen schwere Vorwürfe gegen Maxwell wegen sexuellen Missbrauchs erhoben. Maxwell sei «gefährlich» und eine «raffinierte Sexualstraftäterin», hatte Staatsanwältin Alison Moe vor Weihnachten in ihrem Schlussplädoyer gesagt. «Sie hat ihre Opfer manipuliert und sie auf sexuellen Missbrauch vorbereitet», so die Anklage weiter. Maxwell sei «schick» und «lächelnd» aufgetreten und habe so die mutmaßlichen Opfer, die oft aus problematischen Verhältnissen stammten, in eine Falle gelockt.

Promi-Partys mit Epstein

Maxwells Verteidigerin Laura Menninger dagegen sagte, ihre Mandantin sei «eine unschuldige Frau, zu Unrecht Verbrechen bezichtigt, die sie nicht begangen hat». Die Anklage der Staatsanwaltschaft basiere auf fehlerhaften Erinnerungen.

Maxwell ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923-1991) und kam Anfang der 90er Jahre nach New York. Sie traf Epstein auf einer der zahlreichen Promi-Partys und war damals zeitweise seine Freundin. Das Umfeld Epsteins beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin.

Der Missbrauch zahlreicher Minderjähriger durch Epstein soll über Jahrzehnte auf seinen Anwesen in New York, Florida, Santa Fe oder den Virgin Islands stattgefunden haben. Der Fall hatte in den USA auch deshalb hohe Wellen geschlagen, weil der schwerreiche Unternehmer mit Prominenten wie den Ex-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump, Milliardär Bill Gates oder dem britischen Prinz Andrew bekannt war. Eine frühere Anklage gegen ihn ging mit einem für Epstein sehr vorteilhaften Deal zuende - er wurde zum Symbol einer Elite, die mit allem durchkommt.

© dpa-infocom, dpa:211229-99-538482/8

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