Vieles hat die Stimmung in den Unternehmen deutlich getrübt

Aktienmarkt: Dax hat aber trotzdem schon wieder aufgeholt - Börsenrealität: Einige Branchen profitieren vom russischen Angriffskrieg

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16 Pro­zent hat der Dax in­zwi­schen von sei­nem Ver­lauf­s­tief bei gut 12.400 Punk­ten wie­der auf­ge­holt. Die ver­gan­ge­ne Wo­che be­en­de­te der deut­sche Leit­in­dex mit ei­nem Plus von 5,8 Pro­zent bei 14.413 Zäh­l­ern.

Mit einzelnen Aktien waren bisher gute Gewinne möglich: Wer sich beispielsweise getraut hatte, die Aktie der Deutschen Bank im kürzlichen Tief bei knapp 8,30 Euro zu kaufen, hat binnen weniger als zwei Wochen 33 Prozent verdient. Auch anderen Banken und vielen Techs halfen Schnäppchenjägern und Tradern, die die zurückgehende Panik nutzten. Rüstungsaktien, Ölwerte wie Chevron oder Occidental Petroleum, einige Solar-, Wind- und Wasserstoffpapiere sowie der Düngemittel- und Agribusiness-Sektor mit Unternehmen wie Nutrien, Archer Daniels Midland oder Deere tendierten sehr fest, denn Krieg, Rohstoffknappheit und hohe Preise produzieren nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Man mag es moralisch abstoßend finden, dass einige Branchen vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine profitieren oder dass am Markt, wie übrigens bei jeder Krise, gewisse Gewöhnungseffekte eintreten.

Andererseits bilden die Aktienmärkte eben Fundamentales wie Geld- und Gewinnströme ganz profan ab. Und ganz nebenbei profitieren beispielsweise auch deutsche Landwirte davon, wenn nicht nur Energie- und Düngemittelpreise, sondern auch der Preis für das Endprodukt, also beispielsweise Schweinefleisch oder Weizen, steigt.

Ob es nun so weitergeht und der jüngste, scharfe Kurswechsel an den Märkten bereits die Trendwende war, kann natürlich weiter niemand sagen. Nachdem der erste Zinsschritt der US-Notenbank, eben weil er von allen Marktteilnehmern bereits seit vielen Wochen erwartet wird, ohne Auswirkung auf die Kurse geblieben ist, warten diese Woche jedoch neue Impulse.

Gestörte Lieferketten

Die neuen Werte zum Geschäftsklima in Deutschland (Ifo) und Frankreich (Insee) werden vermutlich die Auswirkungen des Krieges abbilden. Die hohen Energiepreise, gestörte Lieferketten, vorsichtige Verbraucher, eine potenzielle konjunkturelle Eintrübung, dazu neue Gefahren wegen des jüngsten Covid-Aufflackerns in China und der stets massiven Reaktion des Staates mit kategorischen Lockdowns sollten die Stimmung in den Unternehmen deutlich getrübt haben.

Trotz allem bleiben stabile Unternehmen mit aktuell guten Geschäftszahlen und vielleicht ordentlicher Dividende - gerade vor der anlaufenden Dividendensaison - auf den aktuellen Niveaus durchaus Kaufpositionen. Sollte es weitere Tauchgänge geben, gälte dies umso mehr.

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