UN: Viele Opfer und viel Not durch Bandengewalt in Haiti

Port-au-Prince (dpa)
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Haiti
In Haitis Hauptstadt Port-Au-Prince eskaliert die Gewalt.
Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
Die Lage im ärmsten Land des amerikanischen Kontinents ist dramatisch. Banden haben das Sagen, täglich sterben Menschen. Es mehren sich Berichte von schwerer sexueller Gewalt. Wer kann, flieht.

Bei Bandengewalt in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince sind nach UN-Angaben innerhalb von zehn Tagen mindestens 471 Menschen getötet, verletzt worden oder verschollen.

Die Vereinten Nationen bezogen sich in ihrer Mitteilung auf den Zeitraum vom 8. bis zum 17. Juli. Es gebe zudem Berichte über schwere Fälle sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder - letztere würden auch von den Banden rekrutiert. Rund 3000 Menschen mussten den Angaben zufolge ihre Zuhause verlassen, darunter Hunderte unbegleitete Minderjährige. Mindestens 140 Häuser seien zerstört oder niedergebrannt worden.

Gewalt durch Banden im Kampf um Territorium im Großraum von Port-au-Prince hat seit mehr als einem Jahr die ohnehin schwierige Sicherheitslage in dem ärmsten Land des amerikanischen Kontinents bedeutend verschlechtert. Allein zwischen dem 24. April und dem 6. Mai kosteten Bandenkämpfe nach einem Bericht der haitianischen Menschenrechtsorganisation RNDDH 191 Menschen das Leben, darunter acht Kinder.

Es kam auch zu Versorgungsengpässen. Das örtliche UN-Büro twitterte am 13. Juli, insgesamt könnten sich in der Stadt 1,5 Millionen Menschen wegen Bandengewalt nicht mehr frei bewegen und hätten keinen Zugang zur Grundversorgung.

Die UN-Agenturen hätten nun begonnen, die betroffene Bevölkerung - vor allem in Cité Soleil, einer großen, dicht besiedelten Armensiedlung am Rande von Port-au-Prince - mit Wasser, Lebensmitteln und anderen Hilfsmitteln zu versorgen, hieß es von den Vereinten Nationen. Es müsse jedoch mittel- und langfristig ein nachhaltigerer, ganzheitlicher Ansatz gefunden werden, sagte die Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Ulrika Richardson, der Mitteilung zufolge. Der Hilfsbedarf sei immens und nehme zu. Sie rief alle Beteiligten auf, die Gewalt zu beenden und einen offenen humanitären Korridor zu gewährleisten.

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