Selenskyj feuert bei Frontbesuch Geheimdienst-Chef

Charkiw/Kiew (dpa)
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Selenskyj im Frontgebiet
«Wir müssen das gesamte Gebiet befreien», sagt Ukraines Präsident Selenskyj bei einem Besuch in Charkiw - ein Drittel des Gebiets um die Stadt ist noch immer in russischer Hand.
Foto: --/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa
Ukraine-Krieg
Die Reise nach Charkiw war der erste bekannte Besuch des ukrainischen Präsidenten im Frontgebiet im Osten des Landes seit Kriegsbeginn.
Foto: --/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa
Der ukrainische Präsident reist erstmals seit Kriegsbeginn ins Frontgebiet nach Charkiw. Dort bedankt sich Selenskyj bei Soldaten - und entlässt den örtlichen SBU-Chef: Dieser habe «nur an sich gedacht».

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach einem Frontbesuch die Zerstörungen in der Stadt Charkiw als Beispiel für Russlands Vernichtungskrieg bezeichnet.

«Schwarze, ausgebrannte, halb zerstörte Wohnhäuser blicken mit ihren Fenstern nach Osten und Norden - dorthin, von wo die russische Artillerie schoss», sagte er in einer Videobotschaft. Russland könne in diese Häuser wie in einen Spiegel schauen. «Um zu sehen, wie viel es in diesen 95 Tagen des Krieges gegen die Ukraine verloren hat», sagte Selenskyj.

Die Reise nach Charkiw war der erste bekannte Besuch des ukrainischen Präsidenten im Frontgebiet seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Bei dem Besuch habe er den örtlichen Chef des Inlandsgeheimdienstes SBU entlassen, teilte Selenskyj mit: «Weil er seit den ersten Tagen des Krieges nicht für den Schutz der Stadt gearbeitet hat, sondern nur an sich gedacht hat.» Der Fall sei der Justiz übergeben worden.

Selenskyj: Russland hat «seine eigene Zukunft (...) verloren»

Russland habe nicht nur die Schlacht um Charkiw, sondern auch um die Hauptstadt Kiew und den Norden der Ukraine verloren, erklärte der Präsident weiter. «Es hat seine eigene Zukunft und jede kulturelle Bindung zur freien Welt verloren. Sie sind alle verbrannt.» Ein Drittel des Gebiets um Charkiw sei noch von russischen Truppen besetzt. «Wir müssen das gesamte Gebiet befreien», betonte Selenskyj.

Kurz nach Bekanntwerden des Selenskyj-Besuchs wurde Charkiw nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow von russischen Truppen beschossen. Dabei sei ein Teil der zweitgrößten Stadt des Landes getroffen worden, sagte Terechow ukrainischen Medien zufolge, ohne Details zu nennen.

Am Sonntag im offiziellen Telegram-Kanal des Präsidenten verbreitete Videoaufnahmen zeigten Selenskyj dabei, wie er Soldaten auszeichnete, die zerstörte Infrastruktur in Charkiw inspizierte, aber auch von der russischen Armee zurückgelassene ausgebrannte Militärfahrzeuge besichtigte.

Selenskyj dankte den Soldaten für ihren Einsatz. «Ich bin grenzenlos stolz auf unsere Verteidiger. Jeden Tag kämpfen sie unter Einsatz ihres Lebens für die Freiheit der Ukraine», so der Präsident.

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