Mittwoch, 24.04.2019

Firmen sollen Menschenrechte einhalten

Umfrage: Vorbereitung für Nationalen Aktionsplan

BERLIN
Kommentieren

Ei­ne rea­lis­ti­sche Ana­ly­se der Men­schen­rechts­la­ge bei bun­des­deut­schen Un­ter­neh­men sei so nicht mög­lich, kri­ti­sie­ren Ent­wick­lung­s­or­ga­ni­sa­tio­nen. »Nur die­je­ni­gen Fir­men ant­wor­ten, die kei­nen Dreck am Ste­cken ha­ben«, be­fürch­te­te der grü­ne Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Uwe Ke­ke­ritz im Aus­wär­ti­gen Amt.

Dort wurde die erste Stufe der Befragung großer Betriebe zur ökologischen und sozialen Situation in ihren weltweiten Zulieferfabriken vorgestellt.

2019/20 überprüft die Bundesregierung einheimische Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten, ob und wie sie den Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte umsetzen. Die Firmen sollen für sichere Bauweise, Brandschutz, erträgliche Löhne und Gewerkschaftsfreiheit bei Lieferanten in Bangladesch, Pakistan oder Kambodscha sorgen. Für den Fall, dass sie das nicht tun, droht die Regierung mit einem Gesetz für Sorgfaltspflichten.

Losverfahren

Durch Interviews mit 30 Unternehmen wurde der Fragenkatalog entwickelt. Konkrete Informationen zum Inhalt blieb das Außenministerium jedoch schuldig. Anfang Mai beginnt die Befragung. Von den rund 7100 einheimischen Firmen mit mehr als 500 Leuten werden 1800 ausgelost, die an der Studie teilnehmen sollen. Diese fordert man auf, den Online-Fragenkatalog auszufüllen. Das Auswärtige Amt und die beauftragte Beratungsfirma Ernst & Young (EY) rechnen mit einer Teilnahme von 400 Unternehmen. Damit seien die Ergebnisse repräsentativ.

Eine Pflicht zur Teilnahme besteht nicht. Firmen, die befürchten, in schlechtem Licht zu erscheinen, können die Befragung ignorieren. Deshalb würden nur diejenigen teilnehmen, bei denen die Menschenrechtslage akzeptabel sei, argwöhnen Kritiker. Sowieso soll die Untersuchung nicht die Lage der Beschäftigten in den Zulieferfabriken beleuchten, sondern die Managementverfahren, die die Firmen einsetzen, damit sich die Situation dort bessert. Michaela Spaeth, die Beauftragte für Wirtschaft und Menschenrechte im Auswärtigen Amt, appellierte, an der Befragung teilzunehmen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!