Donnerstag, 25.04.2019

Kindergarten am Kist im Wandel der Zeit

Geschichte:Vom 17. Jahrhundert bis heute - Mehrfache Umbauten und Besitzerwechsel - Zeitweise Leitung durch Erlöserschwestern

Karbach
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Am 28. Juni 1949 legten (von links) Schmiedemeister Artur Schmelz, Maurer Richard März und Maurermeister Otto Ebert den Grundstein für Karbachs Kindergarten.
Foto: Repro: Josef Laudenbacher
Vor 70 Jahren: der Rohbau kurz vor dem Richtfest. Fotos: Repro Josef Laudenbacher
Foto: Repro: Josef Laudenbacher

Der gut fre­qu­en­tier­te Spiel­platz an der Fest­hal­le Kar­bach soll ei­nem neu­en Kin­der­gar­ten wei­chen. An­lass ge­nug, ei­nen Blick auf die Ge­schich­te des ge­wähl­ten Bau­plat­zes zu wer­fen.

Nach dem 30-jährigen Krieg (1648) bestand hier eine Hofrieth, die dann in drei kleine Anwesen aufgeteilt wurde. Auf dem Grundstück (alte Hausnummer 127) stand später das wohl älteste Gebäude Karbachs, an dessen Kellereingang die Jahreszahl 1669 zu lesen war. Vom letzten Besitzer, Johann Väthröder, kaufte die Gemeinde 1914 das Gebäude, um Platz für einen Schulhausneubau zu schaffen.

Pläne durcheinander gebracht

Der Erste Weltkrieg brachte die Pläne aber durcheinander, die Baustelle blieb leer bis 1939. Während der Naziherrschaft berichtete der »Marktheidenfelder Bote« dann über die Grundsteinlegung für den NSB-Kindergarten, der mit einer Kinderkrippe verbunden werden sollte. Das Bauvorhaben wurde aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht ausgeführt.

Erst 1949 kam es zur Grundsteinlegung des neuen Kindergartens. Pfarrer Fridolin Rudloff und Bürgermeister Eugen Schmelz führten in einer Urkunde aus: »Möge das Haus auch späteren Geschlechtern erzählen, dass die Bewohner Karbachs, in der Zeit wirtschaftlicher, extremer Not, nach zwei verlorenen Weltkriegen, zu größten Opfer bereit waren.«

Die Einrichtung wurde durch Schwestern der »Kongregation der Töchter des Allerheiligsten Erlösers« aus Würzburg geführt. Neben zwei Erzieherinnen gab es auch eine Krankenschwester. 1971 nahm die Gemeinde dann Abschied von den beiden verbliebenen Schwestern Lina und Ratmundis, die nach 16 Jahren Tätigkeit überraschend zurück ins Mutterhaus geholt wurden. Anschließend ging der Kindergarten in gemeindliche Obhut über. Übrigens: Damals kostete ein Kind im Kindergarten monatlich 25 Mark, ein zweites 20 Mark.

Der Kindergarten wurde im Lauf seiner Geschichte mehrfach umgebaut, besonders durch die Erweiterung auf drei Gruppen im Jahr 1999 waren umfangreiche Umbauten erforderlich. Die Komplettsanierung 2001 kostete 380 000 Mark. Weitere Modernisierungen folgten.

Viele Eltern haben sich freiwillig an Verbesserungsmaßnahmen des Spielplatzes beteiligt. So entstand 2002 etwa ein Riech- und Wohlfühlpfad. 2004 wurden die sanitären Einrichtungen renoviert. Und im Jahr 2009 entstand der Trimmy-Bewegungsparcours mit kindgerechten Sport- und spielgeräten.

Eine große Herausforderung war die Einrichtung eines neuen Spielplatzes im Mai 2010, bei einem Kostenpaket von rund 18 000 Euro, für den zahlreiche Eltern und örtliche Firmen unter dem Motto »Von der Sandwüste zur grünen Oase« spendeten und arbeiteten.

Voll ausgelastet

2013 wurde der neu angebaute Teil für die Kinderkrippe, nach gut einjähriger Bauzeit, unter dem Motto: »Für jedes Kind einen Betreuungsplatz«, eingeweiht. Gut 660 000 Euro ließ sich die Marktgemeinde den Neubau kosten, bei einem Zuschuss von 355 700 Euro. Trotzdem ist der Kindergarten derzeit voll ausgelastet.jola

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