Dienstag, 19.03.2019

Kirche: Geteiltes Echo auf Reformappell

Religion:»Wir sind Kirche« begrüßt Brief Prominenter

FREIBURG/KÖLN
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Der Re­for­map­pell pro­mi­nen­ter Ka­tho­li­ken an den Münch­ner Kar­di­nal Rein­hard Marx ist auf ein ge­teil­tes Echo ge­sto­ßen.

Während die Gruppe »Wir sind Kirche« die in einem offenen Brief formulierten Forderungen an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz als notwendig begrüßten, wies der Freiburger Theologe Helmut Hoping das Schreiben als »Instrumentalisierungsversuch des Missbrauchsskandals« zurück.

»Wir sind Kirche« betonte, die Rufe nach einer neuen Sexualmoral und nach Abschaffung des Pflichtzölibats seien ein deutliches Mandat für Marx mit Blick auf das bevorstehende Bischofstreffen im Vatikan zum Missbrauchsskandal. »Diese grundlegenden Reformen sind auf jeden Fall notwendig, wenn die strukturellen Ursachen von Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und Vertuschung innerhalb der Kirche behoben werden sollen.«

Priesterweihe für Frauen?

Hoping warf den Unterzeichnern dagegen vor, den Missbrauchsskandal für eigene Ziele zu instrumentalisieren. Er vermisse zudem Aussagen zu Sanktionen für die Täter und verantwortlichen Bischöfe. »Man hätte ja auch fordern können, den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs ins Kirchenrecht aufzunehmen.«

In dem offenen Brief fordern die Unterzeichner eine kirchliche Gewaltenteilung und die Priesterweihe von Frauen. Katholischen Geistlichen solle die Wahl der zölibatären Lebensform freigestellt und Homosexualität neu bewertet werden. Zu den Unterzeichnern gehören die Jesuiten Ansgar Wucherpfennig und Klaus Mertes. Letzterer hatte als ehemaliger Leiter des Berliner Canisius-Kollegs Fälle von Missbrauch an der Schule öffentlich gemacht.

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