Donnerstag, 25.04.2019

Zufriedenheit der Bayern nimmt ab

Konjunktur:Eintrübung drückt aufs Gemüt

MÜNCHEN
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Die Zu­frie­den­heit der Bay­ern mit ih­ren Le­ben­s­um­stän­den nimmt ab. Das je­den­falls ist das Er­geb­nis der Früh­jahr­s­er­he­bung des »Hei­mat­in­dex« der Volks- und Raif­fei­sen­ban­ken im Auf­trag des Ge­nos­sen­schafts­ver­bands Bay­ern (GVB).

Das Zufriedenheitsbarometer misst jetzt 69 von 100 Punkten, nachdem es vor einem halben Jahr noch bei 71 Punkten notierte.

Im Vergleich zu anderen Ländern habe Bayern an Boden verloren, erklärte GVB-Präsident Jürgen Gros in München: Die abnehmende Lebenszufriedenheit passe nicht zum bayerischen Selbstverständnis »und sollte zu denken geben«.

Ins Mittelfeld abgerutscht

In den »Heimatindex« fließen sechs Teilaspekte der Lebensqualität ein. Der Rückgang des Index ist vor allem auf die gesunkene Zufriedenheit mit den persönlichen Lebensumständen (»Grundzufriedenheit«) zurückzuführen. Der Wert von 74 Punkten in dieser Kategorie sei zwar gut, hat aber seit der letzten Umfrage fünf Punkte eingebüßt. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 76 Punkten etwas höher als der bayerische. Offenbar schlägt die konjunkturelle Eintrübung aufs Gemüt der erfolgsverwöhnten Bayern. Die Zufriedenheit mit Arbeitsplatz und persönlichen Finanzen nahm um zwei auf 67 Punkte ab. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern war die bayerische Wirtschaftsleistung in den Jahren 2009 bis 2017 stets überdurchschnittlich gewachsen. 2018 rutschte der Freistaat ins Mittelfeld ab.

Stadt-Land-Gefälle

Am wenigsten zufrieden sind die Bayern mit Infrastruktur und Grundversorgung. Der Zufriedenheitsgrad nahm hier um drei auf 56 Punkte ab. Dabei zeigte sich ein Stadt-Land-Gefälle: Die Menschen in kleineren Gemeinden vergaben nur 53 Punkte, die in den Großstädten hingegen 59. In diesen Zahlen könnte sich ein Defizit bei der Breitbandversorgung, den öffentlichen Verkehrsmitteln und der Gesundheitsversorgung bemerkbar machen, meinte Gros.

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