Freitag, 18.01.2019

Nicht in meinem Namen

Stefan Reiszur neuen Partei Poggenburgs

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Wenn sich ex­t­re­me Rech­te (und Lin­ke) auf­s­p­lit­tern und selbst zer­le­gen, könn­te das für Ver­fas­sungs­schüt­zer zum Pro­b­lem wer­den:

Einer auf einer demokratischen Grundordnung fußenden Gesellschaft dagegen kann das nur recht sein, denn je kleinteiliger die extremen Ränder ausfransen und sich mit sich selbst beschäftigten, desto friedlicher kann eine gesellschaftliche Mitte ihre Werte, ihre Ordnung diskutieren - und finden.

Wie gesellschaftszersetzend Extreme sein können, beweist der rechtsnationale Politiker André Poggenburg nach seinem Abschied aus der AfD insofern, als er seine bisherigen Parteifreunden die Glaubwürdigkeit als »patriotische Alternative« abspricht: Was Poggenburg unter »Patriotismus« versteht, ist - keine andere Deutung lassen seine Auswürfe zu - nichts anderes als Rassismus und die krude Vorstellung von hoch- und minderwertigem Leben.

Möge André Poggenburg seine eigene Partei gründen, schließlich leben wir in einer Gesellschaft, die frei ist und stolz darauf, dass jeder einzelne seine Meinung - und sei sie noch so abstrus oder töricht - öffentlich äußern darf.

André Poggenburg möge allerdings - und das ist eine persönliche Bitte an ihn - nicht schwadronieren, dass er für »die Volksgemeinschaft« und »die Mitbürger« in diesem Land spricht - also so tut, als ob sein Treiben dem Wohle anderer (und damit auch mir) diene. Ich lebe gerne in diesem Land, dessen Rechtsordnung politische Stabilität und wirtschaftlichen Wohlstand bedeutet - und mir damit Möglichkeiten in meinem Leben erlaubt, von denen Menschen in vielen anderen Ländern dieser Welt nicht einmal träumen können. Und deshalb bin ich bereit, diesem Land im Rahmen meiner Möglichkeit meine Ehre zu erweisen und beim Erhalt dieser Gesellschaftsordnung meinen Beitrag zu leisten. Den Hass des André Poggenburg brauche ich nicht - und deshalb spricht er nicht für mich oder in meinem Namen.

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