Montag, 20.05.2019

Wahlkampf im Doppelpack

Europawahl: Darum kandidieren Klaus und Ute Göggelmann aus Lauda-Königshofen gemeinsam für die ÖDP

Lauda-Königshofen
Kommentieren
Klaus und Ute Göggelmann aus Lauda-Königshofen treten beide für die ÖDP bei der Europawahl an - und kümmern sich gemeinsam ums Aufhängen der Wahlplakate. Foto: Sabine Dreher
Foto: Sabine Dreher

Par­tei­ar­beit ist Team­ar­beit - das gilt auch für Ute und Klaus Gög­gel­mann. Als jun­ges Ehe­paar tra­ten die bei­den der Öko­lo­gisch-De­mo­k­ra­ti­schen Par­tei (ÖDP) ein. Das war vor 31 Jah­ren.

Für die Europawahl 2019 kandidieren die Pfarrsekretärin und der Realschullehrer aus Lauda-Königshofen (Kreis Main-Tauber) ebenfalls gemeinsam - sie auf Listenplatz 24, er auf Listenplatz 61. Es ist nicht der erste Wahlkampf, den die Göggelmanns zusammen bestreiten.

Getrommelt für ihre Partei haben sie von Anfang an, berichtet Ute Göggelmann. Die 60-Jährige stand schon einige Male selbst zur Wahl: Bei der Europawahl 2009 war sie mit Platz acht auf der bundesweiten Liste die Spitzenkandidatin der ÖDP für Baden-Württemberg. Bei den Landtagswahlen 2016 trat sie für den Kreis Hohenlohe an. Ihr Mann Klaus war ebenfalls Kandidat bei der Europawahl 2009.

Ärmel hochkrempeln

Knapp 6800 Mitglieder hat die ÖDP bundesweit, den Löwenanteil davon in Bayern. Der Kreisverband Main-Tauber gehört mit 42 Mitgliedern zu den stärksten in Baden-Württemberg. Wahlkampf bedeutet hier: Ärmel hochkrempeln und selber machen. Während in den großen Parteien freiwillige Helfer den Kandidaten bei Infoständen oder beim Haustürwahlkampf einen Teil der Arbeit abnehmen, stemmen die Göggelmanns das meiste in Eigenregie. Gut 130 Kilometer beträgt die Strecke, an der sie rund 60 Plakate an Laternenpfosten befestigen. Zuvor holen sie bei sämtlichen Gemeinden, die sie abklappern, die Genehmigungen ein.

Und dann ist da noch die Sache mit den Unterschriften. Damit die ÖDP überhaupt zur Wahl zugelassen wird, muss die Partei eine bestimmte Anzahl von Unterstützerunterschriften beim Wahlleiter vorlegen. Vor der Europawahl waren bundesweit 4000 Unterstützer notwendig, erklärt Ute Göggelmann. Für jeden braucht es ein eigenes Din-A4-Formular - und einem Stempel der Gemeindeverwaltung des jeweiligen Wohnorts. Auch den holen die Göggelmanns ein. Im Landtagswahlkampf 2016, berichten sie, hätten sie um die 150 Unterschriften gesammelt - und mehrere Tage gebraucht, bis sie alle Formulare zu den jeweils zuständigen Rathäusern gebracht hatten.

Werben auf dem Marktplatz

Um ein kommunales Amt im Gemeinderat oder im Kreistag haben sich die Göggelmanns noch nicht beworben. Sie wirken lieber in der zweiten Reihe. »Das ist nicht zuletzt eine Zeitfrage«, sagt Klaus Göggelmann, »wir sehen uns als Stimmenfänger.« Allerdings bringt die Suche nach Unterstützern Ute und Klaus Göggelmann in die Offensive. Auf dem Marktplatz wildfremde Menschen anzusprechen, erfordert Mut, sagt Ute Göggelmann, die sich selbst als eher schüchtern beschreibt.

Beide sind davon überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. »Wir sehen die ÖDP als Ideenlieferant«, erklären sie. Den Erhalt der Artenvielfalt, den Grundsatz »weniger ist mehr« für mehr Lebensqualität, die Idee einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft - das habe ihre Partei schon vor 30 Jahren auf dem Schirm gehabt.

Ziel: »Buchner plux X«

Ihre Überzeugung nährt sich aus ihrem christlichen Glauben: Der Dreiklang Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, für den sich die ÖDP einsetzt, ist auch ein kirchlicher, betonen sie. Für die Wahl wünschen sich Ute und Klaus Göggelmann, dass der ÖDP erneut der Sprung ins Europäische Parlament gelingt. »Buchner plux X« lautet das Ziel. Der Münchener Physik-Professor Klaus Buchner ist seit 2014 einziger Vertreter der ÖDP in Brüssel und Straßburg. Dort setzte er einen Parlamentsbeschluss für Exportregeln durch, die verhindern sollen, dass autoritäre Regime Überwachungstechnik aus der EU gegen Regimegegner einsetzen. Die Göggelmanns wünschen sich, dass die ÖDP bei der Europawahl vom erfolgreichen Volksbegehren »Rettet die Bienen« profitiert: »Wir hoffen, dass der Schwung aus Bayern noch anhält.«

Zur Person: Klaus und Ute Göggelmann

Klaus Göggelmann (59) wurde im baden-württembergischen Börtlingen (Kreis Göppingen) geboren. Er arbeitet als Lehrer für Englisch, Kunst und katholische Religion an einer katholischen Realschule in Bad Mergentheim und ist Kreisvorsitzender der ÖDP Main-Tauber. Ute Göggelmann (60) stammt aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Die gelernte Diplom-Übersetzerin arbeitet als Pfarrsekretärin in der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen. Sie gehört dem ÖDP-Landesvorstand Baden-Württemberg an und fungiert dort als Schriftführerin. Das Paar lebt seit fast 30 Jahren in Lauda-Königshofen (Kreis-Main-Tauber) und hat zwei erwachsene Kinder. ()

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!