Samstag, 23.02.2019

Wird Wasserkuppe zur Einbahnstraße?

Tourismus: An den Wochenenden verursachen Ausflügler regelmäßig Chaos auf Hessens höchstem Berg

GERSFELD
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Wenn endlich ein freier Parkplatz gefunden ist, kann man sich an der winterlichen Pracht auf der Wasserkuppe erfreuen. Dank des Einsatzes von Schneekanonen beträgt die Schneedecke derzeit 70 Zentimeter. Foto: Uwe Zucchi (dpa)
Foto: Uwe Zucchi

Zur Lö­sung der Ver­kehrs­pro­b­le­me auf der Was­ser­kup­pe bei sc­hö­nem Win­ter­wet­ter ar­bei­ten die Be­hör­den an ei­nem Kon­zept. Denn re­gel­mä­ß­ig bricht auf Hes­sens höchs­tem Berg in der Rhön der Ver­kehr zu­sam­men. Die Po­li­zei muss­te in die­sem Jahr be­reits an drei Ta­gen Zu­fahrts­stra­ßen zeit­wei­se sper­ren.

Zu viele Tagestouristen und Wintersportler drängten auf den Berg (950 Meter). Der Verkehrsfluss war überlastet, und die Zahl der knapp 1000 Parkplätze reichte nicht für den Besucheransturm - obwohl sich baulich zuletzt viel getan hat. An zehn bis 15 Tagen pro Jahr kommt es auf der Wasserkuppe zu massiven Engpässen, wie Bruno Günkel, Regionalentwickler beim Landkreis Fulda, sagte. »Dann ist die Wasserkuppe überfüllt. Von Verkehrschaos möchte ich aber nicht sprechen.«

Um die Verkehrs- und Parkplatzprobleme in den Griff zu bekommen, gibt es viele Überlegungen und Pläne. Mittelfristig sollen 250 weitere Parkplätze in Gipfelnähe gebaut werden, wie Günkel sagte. Zudem solle ein Parkleitsystem installiert werden. Auf Tafeln sollen anfahrende Besucher frühzeitig informiert werden, wo noch freie Parkplätze sind. Zudem schwebt dem Landkreis ein Shuttle-Service in Zusammenarbeit mit einem privaten Betreiber vor. Auch der öffentliche Personennahverkehr solle optimiert werden, erklärte Günkel.

Der Skilift-Betreiber auf der Wasserkuppe schlägt als kurzfristige Lösung eine Einbahnstraßen-Regelung vor. »Besucher fahren auf der einen Seite den Berg hoch, auf der anderen Seite wieder herunter und auf der unbenutzten Fahrspur kann geparkt werden«, sagte Martin Kirchner, der Skilift-Betriebsleiter auf der Wasserkuppe.

Auf andere Berge ausweichen

Der Landkreis empfiehlt Besuchern in diesem Winter: Frühzeitig anreisen. Und auch Ausflugs-Alternativen ausloten. Schlittenfahren sei auch am Simmelsberg möglich. Trotz des milden Wetters ist am Wochenende Skifahren auf der Wasserkuppe möglich. Fast alle Lifte und Pisten seien in Betrieb. Die Schneehöhe betrage - dank Kunstschnee - rund 70 Zentimeter. Auch am benachbarten Zuckerfeld laufen die Lifte.

Hintergrund

» Besucher fahren auf einer Seite den Berg hoch, auf der anderen wieder herunter. «

Vorschlag von Martin Kirchner (Skiliftbetreiber)

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