»Nur Begegnungen ermöglichen Lernen«

Christustag: Warnung vor Krise bei Flüchtlingen

Lohr a.Main
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Moderiert von Anke Schroth (Zweite von links) sprachen Landrätin Sabine Sitter, Carsten Rentzing und Bruder Dieter Dahmen (von links). Foto: Thomas Josef Möhler
Foto: Thomas Josef Möhler
Um die Freu­de, die der Glau­be an Je­sus ver­mit­telt, und die Sehn­sucht nach dem Ge­bor­gen­sein im Glau­ben ging es beim Chris­tus­tag evan­ge­li­scher Or­ga­ni­sa­tio­nen am Don­ners­tag in 23 Or­ten in Bay­ern und Ba­den-Würt­tem­berg. Bei ei­ner Talkrun­de in der Loh­rer Au­f­er­ste­hungs­kir­che rück­ten die Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne in den Mit­tel­punkt.

Die Grundversorgung der rund 1200 ukrainischen Flüchtlinge im Main-Spessart-Kreis sei gesichert, meinte Landrätin Sabine Sitter. Der Staat brauche die Kirche beim emotionalen Beistand, den er selbst nicht leisten könne. Sitter warnte vor einer emotionalen Krise: »Wir müssen uns jetzt um die emotionalen Bedürfnisse von Menschen kümmern, die nicht wissen, wie es weitergeht.«

Voneinander lernen

Verwaltung und Kirche könnten voneinander lernen, erklärte Sitter. Sie sollten den Weg miteinander gehen, »hoffentlich nicht nur in Krisen«. Begegnungen und Beziehungen habe Jesus vorgelebt, meinte Moderatorin Anke Schroth vom Tagungs- und Erholungszentrum Hohe Rhön. Sie wünsche sich, dass Christus den Menschen nicht nur in Kirchen, sondern im Alltag begegne.

Die Christusträger-Bruderschaft in Triefenstein hat ein ganzes Stockwerk ihres Gästehauses für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, die sie Gäste nennt. Als die Gäste eingetroffen seien, habe sich eine große Freude eingestellt, berichtete Bruder Dieter Dahmen. Die Verständigung funktioniere über Englisch.

Dahmen hat beeindruckt, mit welcher Energie die Ukrainerinnen und Ukrainer ihr Leben selbst gestalten wollten, »sie wollen nicht an uns hängen«. Für ihn sei die »Kraft der einfachen Schritte« wichtig. Tag für Tag müsse man seine Aufgaben und Pflichten erfüllen. Er sei dankbar für jeden Tag und dafür, dass Christus ihn durch Krisen getragen habe.

»Lernen kann man nur im persönlichen Umgang und in der Begegnung«, antwortete Carsten Rentzing auf die Frage von Moderatorin Schroth, ob die evangelische Kirche von den Gemeinden im Osten und deren Glauben lernen könne. Rentzing ist Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands für Mittel- und Osteuropa und ehemaliger Landesbischof von Sachsen.

Derzeit seien Begegnungen nur sehr schwer möglich. Sobald die Waffen schwiegen, müssten die Kontakte ausgebaut werden, so Rentzing: »Für die Ukraine ist auch die Zusprache wichtig.« Denn nur Begegnungen ermöglichten Lernen.

Blick zum Kern lenken

Auf die Frage Schroths nach einer Neudefinition der Kirche erwiderte Rentzing, Kirche sei da, »wo Christus ist«. Organisation und Inhalt seien nicht zu trennen. Man müsse den Blick von »schwankenden Äußerlichkeiten« zum Kern lenken. Nach Schroths Worten geht es nicht um äußere Formen und einzelne Personen, »sondern es geht um den Glauben, der im Leben neue Bedeutung bekommen sollte«.

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