Mehr Schwerbehinderte als gefordert in den Landratsämtern beschäftigt

Soziales: Behörden in Region übererfüllen Quote - Mindestens fünf Prozent der Belegschaft müssen Schwerbehinderte sein - Keine gesonderte Quote für Auszubildende

Aschaffenburg
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Blick in ein Behördenzimmer. Foto: Patrick Pleul (dpa)
Foto: Patrick Pleul
Zum Jah­re­s­en­de 2021 leb­ten in Deut­sch­land rund 7,8 Mil­lio­nen schwer­be­hin­der­te Men­schen. Als schwer­be­hin­dert gel­ten Per­so­nen, de­nen die Ver­sor­gungs­äm­ter ei­nen Be­hin­de­rungs­grad von min­des­tens 50 zu­er­kannt ha­ben. Nicht al­le kön­nen ar­bei­ten, vie­le aber wol­len es. So wie Ema­nu­el aus dem Kreis Mil­ten­berg.
Ausgleichszahlung fällig

Grundsätzlich sind alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, verpflichtet, auf wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Wenn sie das nicht erfüllen, müssen sie eine Ausgleichszahlung leisten. Beträgt die Behindertenquote zwischen drei und fünf Prozent, werden 140 Euro pro Monat und unbesetztem Arbeitsplatz fällig, bei weniger als drei Prozent sind es 245 Euro pro Monat und unbesetztem Arbeitsplatz und bei weniger als zwei Prozent sind es 360 Euro pro Monat und unbesetztem Arbeitsplatz. Wir haben bei den Landratsämtern der Region nachgefragt, wie sie mit der Verpflichtung umgehen und wie viele Beschäftigte mit Schwerbehinderung sie haben.

»In der Vergangenheit war es nur sehr selten der Fall, dass sich Menschen mit Schwerbehinderung für einen Ausbildungsplatz beworben haben«, sagt Anika Prakesch vom Landratsamt in Aschaffenburg. Die Schwerbehindertenquote im Landratsamt Aschaffenburg liegt aktuell bei 10,4 Prozent. Die Behörde hat somit sogar mehr Schwerbehinderte beschäftigt als vom Gesetzgeber gefordert. »Eine gesonderte Quote für Ausbildungsplätze gibt es dabei nicht«, ergänzt Prakesch. Eine Schwerbehinderung sei keine Begründung für eine Ablehnung, betont die Pressesprecherin. »Alle Bewerber müssen gleichermaßen die wesentlichen Anforderungsmerkmale der ausgeschriebenen Stelle erfüllen und werden dabei nach Leistung, fachlicher und persönlicher Eignung sowie Befähigung beim Auswahlverfahren berücksichtigt.«

Die Schwerbehindertenquote am Landratsamt Main-Spessart beträgt 8,51 Prozent. Die Mindestquote von fünf Prozent ist somit auch in dieser Behörde deutlich überschritten. Einen Ausgleichsbetrag zahlt die Behörde deswegen auch nicht. »Pauschale Gründe für die Nichtberücksichtigung von Personen mit Schwerbehinderung existieren nicht. Bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden schwerbehinderte Bewerber selbstverständlich bevorzugt eingestellt«, erklärt Markus Rill vom Landratsamt Main-Spessart in Karlstadt.

Auch für den Landkreis Miltenberg betont Pressesprecherin Susanne Seidel, dass »schwerbehinderte Bewerber nur abgewiesen werden, wenn sie nicht die gleiche Eignung und Befähigung wie nichtbehinderte Mitbewerber vorweisen können«. Aktuell sind 10,76 Prozent der Beschäftigten im Landratsamt schwerbehindert.

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