Frontex bekommt neuen Chef

Grenzschutz: Leggeri nach Vorwürfen abgetreten

BERLIN/BRÜSSEL/WARSCHAU
< 1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

ARCHIV - Der Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, nimmt am 05.01.2017 im Kloster Seeon in Seeon (Bayern) an der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag teil. (zu MINDS Global Spotlight; "'Kein Eldorado' - Frontex-Chef warnt vor Schleuser-Lügen" vom 13.06.2017) Foto: Tobias Hase/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Bildunterschrift 2022-04-30 --> Fabrice Leggeri. Foto: Hase (dpa)
Foto: Tobias Hase
Die eu­ro­päi­sche Grenz­schutza­gen­tur Fron­tex be­kommt nach schwe­ren Vor­wür­fen im Zu­sam­men­hang mit der Zu­rück­wei­sung von Mi­gran­ten im Mit­tel­meer ei­nen neu­en Chef. Der Ver­wal­tungs­rat der Be­hör­de teil­te am Frei­tag mit, dass der bis­he­ri­ge Exe­ku­tiv­di­rek­tor Fa­bri­ce Leg­ge­ri mit so­for­ti­ger Wir­kung zu­rück­ge­t­re­ten sei.

Der Franzose führte Frontex seit 2015.

Als Hintergrund der Entscheidung Leggeris gelten insbesondere Ermittlungen zur illegalen Zurückweisung von Migranten im Mittelmeer. Ihnen zufolge sollen Führungskräfte der in Warschau ansässigen Agentur Frontex absichtlich vertuscht haben, dass griechische Grenzschützer Flüchtlinge zurück aufs offene Mittelmeer brachten. Zurückweisungen von Schutzsuchenden an den Außengrenzen - sogenannte Pushbacks - sind nach internationalem Recht illegal.

Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung Leggeris zum Rückzug. Der Schritt gebe die Möglichkeit eines Neuanfangs bei Frontex sowie dazu, Vorwürfe restlos aufzuklären und sicherzustellen, dass alle Einsätze der Agentur im vollen Einklang mit dem europäischen Recht erfolgten, hieß es in Berlin.

Frontex war 2004 von der EU gegründet worden und nach der 2015 begonnenen Flüchtlingskrise zur Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache ausgebaut worden. Der Grenzschutz fällt weiterhin unter die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten, die Agentur soll aber für ein gemeinsames Management der Außengrenzen sorgen.

Hintergrund

Fabrice Leggeri. Foto:

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!