Kommentar: Noch viel zu tun

Torsten Henke ?zur Perspektive im Gesundheitswesen

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Gesundheitswesen
Ärzte und Pflegekräfte betreuen einen Patienten auf einer Intensivstation. Den stärksten Zuwachs an Personal im Öffentlichen Dienst gab es nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie im Gesundheitswesen.
Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Leistungskürzungen wird es nicht geben. Das war das Versprechen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Doch es wird immer schwieriger, es einzuhalten, und vor allem teurer. Für die gesetzlich Versicherten bedeutet das: Ausgerechnet jetzt steigen die Zusatzbeiträge deutlich. Der Gesamt-Beitrag wird mit 16,2 Prozent so hoch wie noch nie. 


Die Kassen sind unzufrieden. Denn Erhebungen deuten darauf hin, dass die finanziellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wesentlich größer sind als von Lauterbach angenommen, der von einem Defizit von 17 Millionen ausgeht. Die GKV sieht eine Finanzierungslücke von 19 Milliarden, 2024 von 25 und 2025 von 30 Milliarden Euro. Zu den Gründen gehören neben den Pandemie-Folgen die demografischen Herausforderungen und die abnehmende Zahl der Beitragszahler, der teure medizinisch-technische Fortschritt und geringere Einnahmen durch die Lohnzurückhaltung ab 2020. In dieser Situation die finanziellen Reserven der Kassen zusammenzustreichen, ist zumindest riskant.
Der Minister wird die Ärmel hochkrempeln müssen. Koalitionspartner FDP mahnt, Finanzierungsfragen »nachhaltig zu klären« und die Ausgabenseite in den Blick zu nehmen. Das ist unpopulär. Doch als Gesundheitsökonom weiß Lauterbach, dass ihm nichts anderes übrig bleibt. Nun geht es erst einmal um die Pharma-Branche. Doch es wird auch über den stationären Sektor zu sprechen sein. Corona hat gezeigt, wie wichtig die flächendeckende Versorgung ist. Dennoch wäre es blauäugig anzunehmen, dass jedes kleine Krankenhaus langfristig überleben wird.

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