Kommentar: Arbeiten und Wohnen

Hannes Koch über die Philosophie des Bauens

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Online-Bauministerkonferenz
Ein Neubau Gebäudekomplex für Büros entsteht im Stuttgarter Stadtbezirk Degerloch. Die für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder treffen sich zu einer digitalen Bauministerkonferenz.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Wer mit aufmerksamem Blick durch die Städte läuft, wird diesen Umstand bemerken: Jede Menge neue Büros werden eröffnet, aber kaum jemand sitzt an den Schreibtischen. Die Branche meint trotzdem, man errichte in den kommenden Jahren kein Überangebot – obwohl nach Corona wohl viele Arbeitstage zuhause, jedoch nicht mehr in den zentralen Büros absolviert werden. Hoffen wir, dass die Spezialisten ihre Arbeit richtig einschätzt und es zu keiner Krise am Immobilienmarkt kommt. Ganz unwahrscheinlich ist das nicht, denn die anstehenden Zinserhöhungen der Zentralbanken könnten die Wirtschaftsentwicklung durcheinanderbringen.


Fragwürdig erscheint der Büroboom aber auch deshalb, weil dringend zusätzliche Wohnungen gebraucht werden. An manchen Orten in den großen Städten entsteht eine Konkurrenz um die knappen Flächen. Die Stadtverwaltungen sollten sich deshalb überlegen, ob sie ihre Bauplanungen nicht zugunsten des Wohnungsbaus ändern. Ratsam wäre zudem eine bessere regionale Kooperation zwischen den Verwaltungen der Metropolen und den Umlandgemeinden. Vielleicht ließen sich auch in diesen attraktive Bürostandorte mit guten Wohnmöglichkeiten finden.
Dagegen sprechen die Präferenzen der Unternehmen und ihrer Beschäftigten, die am liebsten in zentralen Lagen residieren wollen. Städte wiederum tendieren dazu, jedem Investor und Firmenmieter den roten Teppich auszurollen, weil die Einnahmen aus der Gewerbesteuer locken. Und schließlich bringen Büroareale den privaten Eigentümern oft mehr Gewinne ein als Wohnungen. Trotzdem: Auch Bürobeschäftigte müssen wohnen – am besten in einer Entfernung zum Arbeitsplatz, die nicht stundenlanges Pendeln erfordert.

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