Kommentar des Tages: Weil sie es können

Torsten Henke zur Verteuerung des Abos von Amazon Prime

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Amazon
Amazon verteuert das Prime-Abo in Deutschland.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild
Gerade noch hat der Online-Riese Amazon seine Kundschaft mit Schnäppchen zum Prime Day beglückt, nun kommt der große Preis-Hammer: Das Jahres-Abo verteuert sich um 30 Prozent. Eine Menge Holz. Die Begründung für diese Verteuerung ist nachvollziehbar: Auch für Amazon sind etwa Energie und Verpackungsmaterial teurer geworden, das gibt er nun an seine Kunden weiter, während sich viele andere Händler damit zurückhalten. Doch der US-Konzern kann es sich erlauben. Er versteht es wie kaum ein anderes Unternehmen, seine Kunden an sich zu binden.



Eine breite Warenpalette, oft ein unschlagbar günstiger Preis, Sonderangebote, kurze Lieferzeiten, reibungslose Retouren, Sonderangebote und kostenloser Versand, Filme, Musik, Foto-Cloud und Alexa inklusive, dazu Algorithmen, die nicht nur die individuellen Wünsche der Kunden „kennen“, sondern auch neue Begehrlichkeiten wecken. Darum werden die allermeisten Kunden die happige Preiserhöhung schlucken und sich nicht nach Alternativen umsehen. Die Corona-Pandemie und die Lockdowns haben dem Online-Shopping weiteren Zulauf beschert. Viele Kunden haben dem lokalen Einzelhandel dauerhaft den Rücken gekehrt.
Das hinterlässt Spuren in den Städten. Etliche alteingesessene Fachgeschäfte sind verschwunden. Eine Karawane von Zustellfahrzeugen rollt Tag für Tag durch Straßen und Viertel, oft alte Luftverpester, die den Verkehr aufhalten, Fußgänger- und Radwege sowie Einfahrten blockieren. Viele spüren: So kann es nicht weitergehen. Setzt sich der Trend fort, wird es Gratis-Zustellungen an die Haustür kaum mehr geben. Vernünftig wäre eine Gebühr für Retouren. Gegen die Unsitte, Klamotten in mehreren Farben und Größen zu bestellen und zurückzuschicken, was nicht passt oder gefällt. Ja, Online-Shopping ist bequem. Die traurigen Folgen für die Zukunft der Innenstädte sollten jedoch jedem klar sein. 

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