Kommentar: Ideologie statt Integration

Ferda Ataman wird Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung

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Ferda Ataman
Ferda Ataman wurde als Antidiskriminierungsbeauftragte vorgeschlagen. Doch das stößt auf Kritik.
Foto: Jörg Carstensen/dpa
Integration bedeutet zuvorderst Vermitteln und Zusammenführen: Insofern ist es eventuell ein Versuch der Integration, wenn das Bundeskabinett die Ferda Ataman zur Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung ernennen will. Denn immerhin ist die 43-Jährige mit der alles und nichts sagenden Berufsbezeichnung »Publizistin« ein Mensch, der in den vergangenen Jahren vor allem dadurch auf sich aufmerksam gemacht hat, indem sie sich die bundesdeutsche Gesellschaft eher auseinander dividierte denn als Ganzes zu verstehen. 


Dabei erging sich Ferda Ataman in genau jener Schwarz-Weiß-Malerei, die sie den »Kartoffeln« – wie sie Bundesbürger ohne Migrationshintergrund gerne mal nennt – als Verhaltensmuster gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund vorwirft. In einer Kolumne des Online-Magazins spiegel-online unter dem Titel »Almanis – oder wie nennen wir Kartoffeln?« ging sie noch einen Schritt weiter: »Kartoffel« sei doch gar nicht abwertend zu verstehen in Anbetracht der Tatsache, dass Menschen, deren Vorfahren über Generationen hinweg in diesem Landstrich Europas geboren wurden, durchaus auch als »Deutsche mit Nationalsozialismusgeschichte« bezeichnet werden könnten.
In einem Land, in dem Meinungsfreiheit zu Recht als sehr hohes Gut wertgeschätzt wird, ist eine solche Überlegung uneingeschränkt statthaft. Genauso statthaft ist es allerdings, dieser Meinung nicht zuzustimmen, und sie als Beispiel und Beweis für einen Charakterzug zu benamen, dem es zuvorderst um Provokation und Konflikt geht. Denn genau das – provozieren und Konflikte schüren – tut die in Stuttgart geborene und in Nürnberg aufgewachsene Ferda Ataman immer wieder, wenn sie sich in Medien-Kolumnen äußert. 
Und nun soll sie dafür sorgen, dass sich keine Bürgerin und kein Bürger dieses Landes diskriminiert fühlen muss? Denn als vom Bund eingesetzte Beauftragte muss ihr Augenmerk auch jenen gelten, die als »Deutsche mit Nationalsozialismusgeschichte« – im Ataman-Jargon »Kartoffeln« – in dieser unserer Gesellschaft leben. Mit Verlaub: Hier darf eine gewisse Voreingenommenheit Ferda Atamans gegen diese Bevölkerungsgruppe unterstellt werden.
Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) ist indes guter Hoffnung, für sie steht Ataman »für großes Engagement für eine inklusive, demokratische Gesellschaft«. Das erinnert an einen Satz von Paus Parteifreundin und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, die im Februar die vorherige Greenpeace-International-Chefin Jennifer Morgan mit der Expertise »Traumbesetzung und ein wichtiges Signal für den internationalen Klimaschutz« zur Klima-Sonderbeauftragten im Auswärtigen Amt ernannte. Wer Jennifer Morgan aktuell googelt, stößt auf einige plakative und themenübliche Worthülsen und ansonsten – nichts.
Was zu der Frage führt, die die Betroffenen möglicherweise – ach was: sicher – als das gesellschaftliche Klima vergiftend kritisieren werden: Kann es sein, dass im Bundeskabinett »Integration« letztlich doch dahingehend interpretiert wird, aus ideologischen Motiven für Lohn und Brot zu sorgen? 

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