Kommentar des Tages zum Corona-Verwirrspiel unserer Politiker

Alles wie bisher

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Vierte Corona-Dosis
Viele haben den Impfpass eine ganze Weile nicht in der Hand gehabt. Denn: Die Stiko empfiehlt eine vierte Impfung nur bestimmten Gruppen.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Es ist ist Sommer und trotzdem steigt die Zahl der Covid-19-Infektionen stark an. Und was macht die Politik? Dazu eine Kommentar:

Und sie streiten weiter über die richtige Gesundheitspolitik in Zeiten von Covid-19: Die Impfpflicht für über 60-Jährige wird von süddeutschen Länderchefs aufgewärmt – und von Bundespolitikern, die aus denselben Parteien wie diese Länderchefs stammen, als unrealistisch und als im Bundestag nicht mehrheitsfähig beiseite geschoben.

Der Städtetag fordert ein neues Infektionsschutzgesetz auf Bundesebene – um endlich genauer zu wissen, was in Sachen Pandemievorsorge machbar sein soll und was nicht. Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ruft wieder mal zu Impfungen auf – und drückt sich dabei so unpräzise aus, dass niemand genau weiß, wen er eigentlich anspricht.

Alles wie immer in der deutschen Corona-Politik: die übliche politische Vielstimmigkeit, die üblichen gegensätzlichen Einschätzung von Experten, zum Beispiel zum Maskentragen. Konkreter: Ein Virologe rät nachdrücklich zum konsequenten Maskeneinsatz in Innenräumen, um eine schwere Krankheit zu vermeiden. Ein anderer sagt genau das Gegenteil, warnt vor Masken, weil sich jeder von uns infizieren müsse, um zu einer wirksamen Immunisierung zu kommen. Ja was denn nun?

Unterdessen läuft die Sommerwelle mit rasant steigenden Inzidenzen. Sie könnte wieder einmal ein Weckruf für uns alle sein – auch für die verantwortlichen Gesundheitspolitiker. Eine Grundsatzentscheidung steht nämlich vor dem kommenden Herbst an: Ist die Infektion mit den Varianten von Sars-Cov-2 eine lebensbedrohliche Seuche, vor der wir mit allen vertretbaren Mitteln geschützt werden müssen, weil wir sonst zum Beispiel unser Gesundheitswesen gegen die Wand fahren? Oder ist es inzwischen – dank Impfungen und überstandenen Infektionen – eine alltägliche Krankheit wie viele andere, mit der wir leben können und leben müssen? Sich vor einer klaren Antwort zu drücken, ist keine gesundheitspolitische Option – das Verwirrspiel darf nicht so weitergehen.

Martin Schwarzkopf

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