Winzige Flugreisende: Arte-Doku über das Plankton der Luft

Berlin (dpa)
2 Min.

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«Geheimnisvolle Bewohner der Lüfte»
Mikroskopische Aufnahme von Fliegen, die sich in der Luft befinden.
Foto: Les Films en Vrac/Arte/dpa
Lange schon haben Forscher die Existenz von Luftplankton vermutet, doch erst viele Jahre später gelang der Beweis. Eine Doku führt in eine faszinierende Mikro-Welt ein, die für uns immer wichtiger wird.

Was für ein erster Satz! «Wir leben auf dem Grund eines Ozeans aus Luft.» So startet die faszinierende Reportage «Geheimnisvolle Bewohner der Lüfte» direkt ins große Ganze.

In dieser «dicken Hülle aus Gasen und Wasser, die unseren Planeten vor dem tödlichen Vakuum des Weltraums schützt», treibt ähnlich wie in den Ozeanen eine gewaltige Menge von Plankton: Es sind Insekten, Samen, Pollen, Bakterien. Bewusst spricht die Forschung von «Aero-Plankton». Der Arte-Film der Französin Claude-Julie Parisot bringt uns diese weitgehend unbekannte Welt nahe, er läuft am Samstag (2.7.) um 22.55 Uhr im Fernsehen und ist auch in der Mediathek zu finden.

Biologen beginnen erst seit wenigen Jahrzehnten, die Mini-Organismen in Wolken und Wüstenwinden aufzuspüren. Denn das Wissen über den Einfluss dieser Lebewesen auf unsere Atmosphäre wird immer wichtiger.

Kreisend über die Erde

Pierre Amato ist einer dieser Aero-Biologen. Er arbeitet auf einer Art Turm, der auf einem Berg nahe Clermont-Ferrand in 1500 Metern Höhe steht. «Wir wollen wissen, ob es auch in dieser Höhe Leben gibt und um welche Arten es sich handelt.» Mit vergleichsweise blitzschnellen 20 km/h wirbeln die winzigen Partikel an diesem Tag kreisend über die Erde hinweg. Staubsauger am Geländer saugen die kleinen Luftreisenden auf und sammeln sie ein. «In der Atmosphäre stammt fast alles von der Erdoberfläche. Sie ist ein Spiegelbild des Erdbodens», so Amato. «Das alles ist sehr dynamisch. Es bewegt und vermischt sich.» Die Partikel werden durch den Wind von der Erde und aus dem Wasser emporgeweht und legen dann auf regelrechten «Luftautobahnen» lange Strecken zurück.

Schon im 19. Jahrhundert hatten Forscher die Existenz des Luftplanktons erstmals vermutet, Charles Darwin und Louis Pasteur beschrieben es in ihren Werken. Doch lange Zeit fehlte es an wissenschaftlichen Werkzeugen, um diese Lebensformen untersuchen zu können. Dank Satellitenbildern und Fortschritten in der Mikrobiologie ist Luftplankton endlich in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt.

Veränderungen der Luftqualität

An den Staubpartikeln, die in der Erdatmosphäre kreisen, hängen unzählige kleine Mitreisende. Dies birgt die Gefahr einer Übertragung von mikrobiellen Krankheiten über den Luftweg. Außerdem zeigt sich die Wissenschaft alarmiert über die beunruhigenden Veränderungen der Luftqualität. Wüstenbildung und Abholzung beeinflussen das Leben in der Atmosphäre ebenfalls negativ. Die Dokumentation greift auch brandneue Untersuchungen auf, denen zufolge bestimmte Bakterien, die in den Wolken leben, sogar Niederschläge beeinflussen könnten. Wer sich mit den kleinen Bewohnern der Lüfte beschäftigt, wird schnell ihre große Bedeutung für das Leben der Menschen erkennen.

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