Tal- und Bergfahrt der Gefühle

Kabarett: This Maag in der Kochsmühle Obernburg mit Schwyzerdütsch und großer Bühnenpräsenz

Obernburg
1 Min.

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This Maag in der Obernburger Kochsmühle. Foto: Heinz Linduschka
Foto: Heinz Linduschka

»Geradeaus im Kreis« heißt das dritte Soloprogramm des Straßenkünstlers, Schauspielers und Kabarettisten This Maag, der 1971 in Luzern geboren wurde. In der Kochsmühle Obernburg (Kreis Miltenberg) nahm er in einer unvergleichlichen Mischung aus der Ruhe und Langsamkeit, die man Schweizern üblicherweise nachsagt, und dramatischen Szenen mit mitreißender Gestik und Mimik die nur wenigen Besucher mit auf eine Tal- und Bergfahrt der Gefühle und auf einen spannenden Parcours.

Er lebt und arbeitet nicht in Bern, dem angeblichen Hort der Schweizer Entschleunigung. Der 48-jährige, dem man seine Ausbildung in der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch von der ersten Minute anmerkte, ist seit Jahren in Berlin zu Hause - das färbt ab, auch auf einen Schweizer.

Mindestens genau so wichtig für den großen Eindruck, den er in Obernburg hinterließ und mit dem er immer wieder Lachen und Szenenbeifall provozierte, sind seine Erfahrungen als Straßenkünstler. This Maag beherrscht den spontanen, ganz und gar ungekünstelten Kontakt mit dem Publikum, biedert sich nicht an, trifft nie unterhalb der Gürtellinie und gewinnt die Zuhörer wie im Sturm für sich.

Witzig und skurril zugleich

So elegant und locker hat noch kaum einmal ein Kleinkünstler einen »Freiwilligen« auf die Bühne gelockt wie This Maag den Rentner Dieter - eine witziges und zugleich etwas skurriles Glanzstück des Abends. Dieser eher ruhige und sensible Umgang mit »seinem« Publikum sorgte dafür, dass man es ihm nie übel nahm, wenn er in längeren Passagen über die Missstände und Fehlentwicklungen unserer Tage räsonierte und darüber klagte, dass man heute immer wieder zu Entscheidungen gedrängt wird, die man lieber verdrängen würde. »Ob links, oder rechts, oder lieber gerade aus im Kreis« - schwierig, schwierig.

Und immer wieder hatte der Schweizer Kabarettist mit den exzellenten gestisch-mimischen Qualitäten Trost für stressgeplagte Besucher parat: »Uns geht es doch gut, abgesehen von persönlichen Schicksalsschlägen und der Deutschen Bahn.« Und wenn er von den »guten, alte Zeiten« spricht, dann nie ohne Augenzwinkern.

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