Rendezvous auf dem Fenstersims

Musical:»Höllisch moderne Millie« unterhält mit Swing, Jazz und Stepptanz in der Stadthalle Aschaffenburg

Aschaffenburg
2 Min.

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Muzzy (Julia Harneit) legt zusammen mit anderen Tänzern eine flotte Sohle auf das Parkett in »Höllisch Moderne Millie«. Foto: Harald Dietz
Foto: Harald Dietz

Die bravourös aufspielenden Hofer Symphoniker unter der Leitung von Michael Falk mit viel Swing und Jazz, ein opulentes Bühnenbild voller Glitzer und Glamour, stimmige Kostüme aus den Goldenen Zwanzigern, Stepptanz-Einlagen in Kooperation mit »The Arts Company« und das Ganze verpackt im Musical »Höllisch moderne Millie« - das alles erlebte das Publikum am Freitagabend in der nahezu ausverkauften Stadthalle.

Stimmiger Abend

Die Originalgeschichte und das Drehbuch von Richard Morris (für den Broadway und den mit sechs Tony-Awards belohnten Film mit Julie Andrews) wurden von Jeanine Tesori mit neuer Musik und von Dick Scanlan mit neuen Gesangstexten versehen. Stephan Brauer inszenierte für die deutschsprachige Erstaufführung, die Ende Oktober in Hof Premiere feierte, einen stimmigen Abend, der sich allerdings im viel zu langen ersten Teil mit 90 Minuten etwas zog.

Direkt in New York landete das Publikum gemeinsam mit der jungen Millie (klasse und mit Riesenstimme: Julia Leinweber), als das insgesamt gut dreistündige Musical begann. Während sie berauscht von der Großstadt singt »Ich bleib für immer hier!« werden ihr nicht nur ihre Handtasche, sondern auch Schuh und Hut gestohlen. Auf den Tipp von Jimmy hin (Jannik Harneit), checkt sie im Hotel Priscilla ein, in dem die angeblich chinesische Besitzerin (Stefanie Rhaue) allerdings einen Mädchenhandel betreibt. Doch zum Glück findet Millie einen Job als Stenotypistin bei Trevor (Christian Venzke), den sie unbedingt heiraten will, denn schließlich ist für eine moderne Frau Liebe unwichtig, denn: »Die moderne Ehe ist eine Geschäftsbeziehung!«

Immer wieder begeistert das rund 35-köpfige Ensemble mit großen Tanz- und Gesangschoreographien. Da tippen die Stenotypistinnen im Takt der antiken Schreibmaschinen und steppen gleichzeitig. Da sorgen die Auftritte bei einer Party der Diseuse Muzzy (Julia Harneit) mit Glitzer- und Paillettenglamour inklusive mitreißenden Charleston und Shimmy-Tänzen für Furore. Millie und Dorothy (Birgit Reutter) müssen im Aufzug zu ihrem Zimmer steppen, damit sich der Lift in Bewegung setzt.

Lokale Anspielung

Auf der Suche nach einer Location, wohin die Freunde gehen wollen, erntet das Ensemble mit der Frage »Schlappeseppel?« Gelächter beim Publikum für die lokale Anspielung. Millie und Jimmy sorgen außerdem für einen wunderschönen Moment, als sie sich zu einem Rendezvous auf dem Fenstersims von Millies Büro treffen - 100 Meter über dem Erdboden...

Am Ende ist Millie nicht nur eine Nacht im Gefängnis gewesen, sondern hat mit Jimmy und Trevor auch einen Kriminalfall gelöst. Für eine Überraschung sorgt die Entscheidung der blond gelockten Dorothy, nicht den Avancen des Chefs zu folgen, sondern einen chinesischen Angestellten auszuerwählen. Egal, ob höllisch modern, nur modern oder komplett unhöllisch modern: In der Liebe sollte eben immer das Herz die Wahl treffen.

Stichwort: Theater Hof

Das Theater Hof ist ein Mehrspartenhaus in der bayerischen Stadt Hof. Es deckt die Bereiche Musiktheater, Schauspiel, Ballett sowie Junges Theater ab und ist Hauptspielstätte der Hofer Symphoniker. 1822 eröffnete das erste »Stadttheater Hof«, das über den städtischen Haushalt der damals 5000 Einwohner zählenden Stadt mitfinanziert wurde. Am 1. Juli 1990 fiel der Beschluss, ein neues Theater zu errichten. Zur Finanzierung wurden 84 Millionen Deutsche Mark aufgebracht. Es wurde am 23. September 1994 eröffnet und verfügte nun über rung 670 Sitzplätze. Das Theater Hof geht regelmäßig auf Tournee in Bayern und Hessen. ()

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