Montag, 17.06.2019

Ein Hoch auf den Hair-Metal

Rock: Skid Row heizen im Aschaffenburger Colos-Saal ein und geben perfekten Überblick über ihr Schaffenswerk

Aschaffenburg
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Rocken den Colos-Saal: Skid Row mit Sänger ZP Theart (Zweiter von links). Foto: Thomas Minnich
Foto: Thomas Minnich

Wie das so ist mit Mixt­a­pes, die man ir­gend­wann mal ir­gend­wo zu­fäl­lig in die Hän­de be­kommt: Es gibt dar­auf im­mer min­des­tens ei­nen Song, der sich ins Ge­dächt­nis ein­b­rennt. So war das je­den­falls bei »18 and Li­fe« von Skid Row.

Die Kassette vom Bruder wurde ausgeliehen und eine Live-Version des Songs vom Moscow Music Peace Festival darauf entdeckt.

Beim »Woodstock« der ehemaligen UdSSR waren Skid Row nämlich 1989 zusammen mit anderen großen Namen der Szene wie den Scorpions und Bon Jovi aufgetreten - vor 260 000 Zuschauern. So viele waren es nicht, die bei »18 and Life« 30 Jahre später am Dienstagabend im Aschaffenburger Colos-Saal begeistert jubelten. Sehr gut gefüllt war der Saal trotzdem, und überhaupt waren Lästereien à la »was machen Stadionrocker im kleinen Club« echt nicht angebracht: Es kommt schließlich auf die Stimmung an. Die war super, und die Gänsehaut bei »18 and Life« da.

Die Jungs aus New Jersey lieferten eine schweißtreibende zweistündige Show ab: Da wurde bierselig geheadbanged und abgefeiert, als wäre man per Zeitreise wieder mitten in die Hochzeit des Hair-Metal gekommen. Dementsprechend war die Setlist voll mit all den Krachernummern, die die Band in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren zu einer der erfolgreichsten ihres Genres haben werden lassen. »Youth gone wild« und »Slave to the grind« durften da genauso wenig fehlen wie die einprägsame Ballade »I remember you«. Mit »Ghost« hat auch ein Titel vom Comeback-Album »Thickskin« seinen Weg in die Show gefunden, den Ramones-Song »Psychotherapy« gab's als volle Dröhnung dazu.

Wechselhafte Geschichte

Als erste Zugabe gab's »We are the damned« vom zweiten Teil der Scheibe« »United world Rebellion.« Kurzum: Der Abend war hervorragend geeignet, sich einen Eindruck zu machen vom Komplettwerk der Band mit wechselhafter Geschichte. Mitte der 1980er Jahre von Gitarrist und altem Jon-Bon Jovi-Kumpel Dave »Snake« Sabo und Bassist Rachel Bolan gegründet, erfolgreiches Debütalbum 1989 - die Trennung schon 1996, Sänger Sebastian Bach wandelte fortan auf Solo-Pfaden.

2003 das Comeback mit neuem Sänger - diese Position hatte bei Skid Row öfters mal jemand anderes inne. Aktuell steht ZP Theart am Mikro - und macht seine Sache echt gut.

Wie verschiedenen Interviews zu entnehmen ist, steht dieses Jahr sogar noch ein neues Album an: Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht. Bis dahin gibt's sicher noch einige Mixtapes zu entdecken - oder man hört noch mal das mit »18 and Life« an, um sich an den Abend im Colos-Saal zu erinnern.

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