Dienstag, 21.05.2019

Cooler Schotte mit rauchigem Bouquet

Konzert:Ex-Genesis-Sänger Ray Wilson und Band mit eigenen Songs und Genesis-Klassikern im Aschaffenburger Colos-Saal

Aschaffenburg
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Smarter Schotte: Ray Wilson im Aschaffenburger Colos-Saal. Foto: Anja Keilbach
Foto: Anja Keilbach

So vie­le Zu­hö­rer ha­be der schot­ti­sche Mu­si­ker Ray Wil­son noch nie ge­habt, das Haus sei fast aus­ver­kauft, sag­te Band-Bu­cher Mat­thias Gar­be vom Co­los-Saal kurz vor Kon­zert­be­ginn.

Seit vielen Jahren kommt der Ex-Genesis und Stiltskin-Sänger mit wechselnder Bandbesetzung nach Aschaffenburg, nun war er wieder da und gab ein eindrucksvolles Konzert, mit dem Titel »Best Of Genesis Classic & Solo Career«. Dabei stellte er auch sein neues Live-Album »ZDF@Bauhaus« vor.

Wilson ist vor wenigen Wochen 50 geworden, genauso alt wie der bekannte Glennfiddich-Hirsch des schottischen Whiskys. Ein bisschen Ähnlichkeit mit einem guten Glas Whisky hat Wilson auch: Er hat ein rauchiges Bouquet, ist gut gereift und seine Goldkehle beseelt. Und er macht auch ein bisschen süchtig.

Samtig weich

Stundenlang könnte man dem smarten Schotten zuhören. Seine sonore, samtig warme, außergewöhnliche Sprech- und Singstimme geht unter die Haut, sein Gitarrenspiel und seine Texte dringen noch tiefer ein. Seine eigenen Songs sind textgewaltig, tiefsinnig, nachhaltig, seine musikalischen Arrangements und sein markanter Singstil ein Hochgenuss. Mit »Alone« zum Beispiel ist Ray ein komponistisches und gesangliches Meisterwerk gelungen. Der Song ist eine melodisch schnell eingängige Ballade, die über seine Jugendzeit in Dumfries, Schottland handelt. Wilson präsentierte Songs aus den vergangenen zwei Jahrzehnten als Solist und mit Stilskin, mit dem er den größten Hit »Inside« landete, das er am Ende auch kraftvoll brachte. Am meisten aber jubelten die Fans bei den Genesis-Songs wie »Carpet Crawler«, »Follow you«, »Land of confusion« oder »Invisible touch«, da tobte der Saal. Peter Gabriels »Solsbury Hill« oder die erste Hitsingle »Congo«, aus Rays Debütalbum »Calling all Stations« aus dem Jahr 1997 mit Genesis präsentierte er auch. Wilson ist auch ein charmanter Entertainer mit spritzigem Humor, der nebenbei mal »We said no to Brexit« fallen lies, wofür er begeisternden Applaus erhielt. Exzellent sind seine sieben Musiker, allen voran sein Bruder Steve an der Gitarre und Gesang.

Nach zweieinhalb Stunden und drei Zugaben signierte er noch geduldig CDs und machte Selfies mit Fans, die aus ganz Deutschland angereist kamen und kleine Präsente für ihn dabei hatten.

Wilson, der in Polen lebt, verriet, dass seine Musik nach allen Höhen und Tiefen nach wie vor sein Leben bedeutet. Und genau das spürte der Konzertgänger. Der Schotte hat Bock auf Liveauftritte und seine Fans. Nach Aschaffenburg komme er immer sehr gerne, wie er sagte. Der Vorverkauf für den 8. November 2019 ist bereits gestartet.

ANJA KEILBACH
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