Mittwoch, 18.09.2019

»Tierversuche zu nachlässig dokumentiert«

Forschung: Land bewilligt 300 Projekte - Tierschutzbeauftragte kritisiert Vorgaben

WIESBADEN
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Ein Behälter mit Mäusen steht in einem Labor des Deutschen Krebsforschungszentrums vor einer Mitarbeiterin auf einem Tisch. Foto: Uwe Anspach (dpa)
Foto: Deutsche Presse-Agentur (DPA), Uwe Anspach
In Hes­sen sind im ver­gan­ge­nen Jahr gut 300 For­schung­s­pro­jek­te be­wil­ligt wor­den, bei de­nen Wir­bel­tie­re als Ver­suchs­tie­re zum Ein­satz ka­men. Die­se vor­läu­fi­ge Zahl nann­te das Um­welt­mi­nis­te­ri­um in ei­ner Ant­wort auf ei­ne par­la­men­ta­ri­sche An­fra­ge der Links­frak­ti­on im Land­tag in Wies­ba­den.

Im Jahr 2017 waren es 487 Projekte gewesen, ein Jahr zuvor 410.

Die Summe der Versuchsprojekte mit Wirbeltieren lasse jedoch keine Rückschlüsse zu auf die Gesamtzahl der Tierversuche, sagte die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin auf dpa-Anfrage. »Meine Wahrnehmung ist, dass vor allem die Versuche mit genveränderten Tieren zunehmen«, sagte sie. Mit Zahlen lasse sich das jedoch nur schwer untermauern.

Mehr Mäuse, Frösche, Fische

Martin kritisierte, bei der Dokumentation der Versuchstiere seien die Vorgaben des Bundes zu unkonkret. Zwar müsse das Land die Anzahl der Wirbeltiere und Kopffüßer veröffentlichen, die pro Jahr aus den Versuchen »ausscheiden«, doch aus den Daten könne man keine belastbaren Rückschlüsse auf die Zahl der Tierversuche ziehen, sagte Martin. Zu den Kopffüßern zählen unter anderem Kraken.

2018 schieden nach Angaben des Umweltministeriums etwa 260 000 meldepflichtige Tiere wie Mäuse, Frösche oder Fische aus den Versuchen aus. Das seien zwar mehr als im Vorjahr (225 000), aber weniger als 2016 (285 000). Ob das jeweilige Tier bei dem Versuch starb oder weiter lebte, geht aus der Statistik nicht hervor.

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