Fatih Akins NSU-Drama ist Deutschlands Preis-Hoffnung 2018

Goldjunge: Vor zehn Jahren holte der Film »Das Leben der Anderen« den Auslands-Oscar zuletzt nach Deutschland - Das soll sich nun ändern

Goldjunge
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Jahresrückblick 2017 - Hamburg
Der Regisseur Fatih Akin und die Hollywood-Schauspielerin Diane Kruger bei der Premiere von »Aus dem Nichts« in Hamburg. Foto: Georg Wendt (dpa)
Foto: Georg Wendt (dpa)
Die Os­car-Hoff­nung 2018 für Deut­sch­land kommt von Er­folgs­re­gis­seur Fa­tih Akin und heißt »Aus dem Nichts«. Das NSU-Dra­ma soll bei der 90. Os­car-Ver­lei­hung am 4. März den be­gehr­ten Preis nach Deut­sch­land ho­len. Ei­nen Schritt näh­er ist Akin ei­nem mög­li­chen Tri­umph schon ge­kom­men: »Aus dem Nichts« schaff­te es Mit­te De­zem­ber auf die so­ge­nann­te Short­list von neun Kan­di­da­ten.
Mitreißende Erzählkraft
Zuvor hatte eine Fachjury den Film unter insgesamt elf Bewerbern ausgewählt, darunter auch die Flüchtlingskomödie »Willkommen bei den Hartmanns« von Regisseur Simon Verhoeven und »Jugend ohne Gott« von Alain Gsponer. Akin erzähle von Recht und Gerechtigkeit, Rache und Schmerz - wendungsreich, schonungslos und von mitreißender Erzählkraft, erklärte die Jury: »Der Film macht das Politische menschlich und entfaltet eine große Sogwirkung, aus der es für das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute kein Entrinnen gibt.«
Drama um Neonazi-Anschlag
In Akins Film geht es um den Anschlag zweier Neonazis, bei dem ein kurdischer Vater und dessen Sohn sterben. Zurück bleibt die Ehefrau und Mutter, die von Diane Kruger gespielt wird. Im Februar 2018 ist der Kinostart in den USA geplant.
Der deutsche Kandidat ist allerdings nicht automatisch für den Oscar nominiert. Über die fünf Nominierungen in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film« entscheidet die Academy in Hollywood. Am 23. Januar 2018 gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl kommen. Im vergangenen Jahr hatten sich 85 Länder beworben. Dieses Mal waren es 92 Länder, die um den Goldjungen buhlen. Dies sei eine Rekordzahl, teilte die Oscar-Akademie mit.

2017 nur nominiert
Für die Preisvergabe 2017 ergatterte Deutschlands Oscar-Hoffnung »Toni Erdmann« von Maren Ade eine Nominierung, ging bei der Verleihung aber leer aus. Den Oscar als »Bester nicht-englischsprachiger Film« holte zuletzt »Das Leben der Anderen« von Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2007 nach Deutschland.

Für die Critics' Choice Awards, die am 11. Januar in Los Angeles vergeben werden, klappte es bereits mit der Nominierung für »Aus dem Nichts«. Akin und Kruger schafften es in die Sparte »Bester nicht-englischsprachiger Film«, neben fünf weiteren Filmen. Auch für einen Golden Globe in der Sparte »Bester nicht-englischsprachiger Film« wurde das Drama schon nominiert. Die Globes vom Verband der Auslandspresse werden am 7. Januar in Beverly Hills verliehen. »Ich fühle mich sehr geehrt, weil ich noch nie mit einem Film so weit gekommen bin«, sagte Akin nach Bekanntgabe der Globe-Nominierungen der Deutschen Presse-Agentur. Dass gerade eine so persönliche Arbeit die Chance auf die Auszeichnung habe, freue ihn besonders, erklärte der Hamburger Regisseur, der Sohn türkischer Einwanderer ist.

Auch Hauptdarstellerin Diane Kruger heimste bereits Lorbeeren für ihre tragende Rolle als verzweifelte Ehefrau ein. Im Mai gewann sie den Darstellerpreis der Filmfestspiele im französischen Cannes.
BARBARA MUNKER
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