Beschwingte Weihnachtsgrüße

Jazz: Die Big Band Bibavon des Blasmusikverbands Vorspessart mit Jessica Born im Aschaffenburger Colos-Saal

Aschaffenburg
2 Min.

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Die Jazz Big Band des Blasmusikverbands Vorspessart, Bibavon, und die Sängerin Jessica Born beim musikalischen Weihnachtsgruß im Colos-Saal. Foto: Thomas Minnich
Foto: Thomas Minnich
Wer kann die im­mer glei­chen Weih­nachts­lie­der nach vier lan­gen Ad­vents­wo­chen ei­gent­lich noch hö­ren? Ob im Fahr­stuhl, in den In­nen­städ­ten oder im Su­per­markt - übe­rall die­ses un­säg­li­che Ge­klim­per!

Wie spannend diese Klänge tatsächlich sein können, wenn sich die Musiker ihnen ohne Scheuklappen nähern - das beweist Bibavon, die jazzige Big Band des Blasmusikverbands Vorspessart, seit einigen Jahren bei ihrem inzwischen fast schon obligatorischen vorweihnachtlichen Gastspiel im Aschaffenburger Colos-Saal.

»Klassische Weihnachtslieder in einem modernen Gewand«: Um dieses vom musikalischen Leiter Christoph Heeg ausgegebene Motto umzusetzen, bedient sich das hauptsächlich aus herausragenden Hobbymusikern bestehende Ensemble bei den ganz großen Arrangeur-Künstlern unserer Zeit. Man muss teilweise schon sehr genau hinhören, um die vertrauten Klänge etwa von »Jingle Bells« oder »O Tannenbaum« zu identifizieren.

Angst vor großen Namen kennen die Musiker dabei nicht: Wer hat in dem Musikclub schon einmal solch klassische Töne wie das »Gloria in excelsis deo« von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) gehört, die dann trotz aller Werktreue mehr nach Rock und Jazz, als nach Barock klingen? Von dieser ungewöhnlichen Nummer zeigt sich selbst Clubchef Claus Berninger in einem Facebook-Beitrag beeindruckt: »Ungelogen! Tatsache!« Man kann ihm kaum widersprechen, wenn er schreibt: »Das Lied wurde von der Jazzbigband Bibavon ein wenig aufgepeppt und renoviert, passt aber doch zum heutigen Tag wie die Faust aufs Auge.«

Zum gemeinsamen Musizieren laden die Musiker regelmäßig einen Gast ein - diesmal die nicht nur in der Region bekannte und beliebte Jessica Born. Wie wandlungsfähig deren Stimme ist, zeigt sich in ihrem breiten Repertoire: Sie kann flott den Santa Claus in die Stadt geleiten, kindlich-naiv wie Marilyn Monroe mit dem Weihnachtsmann flirten, den gefühlvollen »Christmas Song« mit neuem Leben erfüllen oder in John Lennons »Imagine« glaubhaft die Hymne für mehr Menschlichkeit anstimmen.

Hybrid-Show

Es war ein außergewöhnliches Konzert am Tag vor dem Heiligen Abend - eine Hybrid-Show, bei der es nur ein Teil der Zuhörer tatsächlich in den locker besetzten Konzertsaal geschafft hatte, sich aber dennoch trotz Maskenpflicht die Stimmung nicht vermiesen ließ. Da schwappte auch gerne mal die La Ola durch den den Raum.

Die Vielen, die trotz befolgter 2G+-Regel das Konzert nur daheim an ihren Computern verfolgen konnten, hatten offensichtlich auch ihren Spaß - was nicht zuletzt die in den Colos-Saal übermittelten Fotos etwa eines aufblasbaren Saxofons zeigten. Bedauert wurde höchstens, dass nach Vorschrift der Behörden bereits um 22 Uhr Schluss sein musste. Bei diesem Programm hätten die meisten gerne länger zugehört.

Was wohl immer untrennbar mit Weihnachten verbunden bleibt, ist die unerfüllte Sehnsucht nach ein bisschen Schnee. Ob »Let it snow«, »White Christmas, »Winter Wonderland« oder »Leise rieselt der Schnee«: Diese Illusion wird immer wieder thematisiert. Christoph Heeg kann sich aber nicht erinnern, dass es bei den bisher sechs Gastspielen auch nur einmal geklappt hätte. Hoffen wir also, dass es auch in der nahen Zukunft so bleibt. Denn: Bibavon will so lange den Colos-Saal in der Vorweihnachtszeit bespielen, bis bei diesen Veranstaltungen der Rossmarkt vor dem Konzertraum tatsächlich von einer weißen Decke überzogen ist.

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