Sonntag, 31.05.2020
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Return der Spielfreude: Für Ehepaar Wohlfahrt ist mit Öffnung der Plätze nicht nur geliebter Sport zurückgekehrt

Tennis
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Ilona und Wolfgang Wohlfahrt freuen sich, nach über zwei Monaten wieder unter freiem Himmel ihrem Sport nachgehen können.
Foto: Stefan Gregor
Die Musik hat durch die Krise geholfen. Mit Musik würde Wolfgang Wohlfahrt gerne auch die Rückkehr in die sportliche Normalität feiern. Noch müssen der Tennisbegeisterte und seine ebenfalls Tennis spielende Ehefrau Ilona auf dieses Konzert warten.

Doch die ersten Lockerungen zum 11. Mai, mit denen die bayerische Staatsregierung die Öffnung der Tennisanlagen unter strengen Auflagen erlaubte, hat nicht nur das Ehepaar aus Goldbach mit Freude vernommen. Nach Wochen des Wartens und Verzichtens dürfen sie endlich wieder ihrem geliebten Sport nachgehen.

Wolfgang Wohlfahrt spielt seit 1985 Tennis. Zuerst beim TV Aschaffenburg, seit einigen Jahren wie seine Ehefrau beim TC Schönbusch Aschaffenburg. »Als sich meine damalige Mannschaft aufgelöst hatte, bin ich zum TCS gewechselt«, erzählt er. Er grinst, wenn er sagt, dass »der TCS ein El Dorado für Senioren« sei. Jeden Montag treffen sich cirka 30 Senioren von verschiedenen Vereinen aus der Region auf der TCS-Anlage, spielen Einzel oder Doppel und sitzen danach in geselliger Runde beisammen. So war es zumindest noch vor Corona. Seine Frau Ilona war früher begeisterte Squasherin und hatte durch ihre Selbstständigkeit wenig Zeit für Tennis. »Doch als wir geheiratet haben, bin ich dann ganz zum Tennis gewechselt. Ich liebe diesen Sport und ich mag sehr gerne den Wettkampf. Da wird mein Ehrgeiz geweckt«, lacht sie.

Eine Art Lebensinhalt

Für beide ist Tennis eine Art Lebensinhalt. »Lebensinhalt in der Form, dass wir unsere Freunde treffen, dass wir mit ihnen unsere Freizeit gestalten können, dass wir gemütlich beisammen sitzen. Die Zeit ohne Tennis war einfach fürchterlich«, beschreibt sie die vielen Wochen ohne den geliebten Sport.

Ilona hat im Januar das letzte Mal das Racket geschwungen, damals noch in der Halle. Ihr Mann hat bis Mitte März noch in der vereinseigenen Halle gespielt. In der tennisfreien Zeit sind beide viel spazieren gegangen, haben die »Gassi-geh-Runden« mit ihrem Hund ausgedehnt.

Wolfgang war regelmäßig beim Joggen, Ilona beim Walken. »Natürlich habe ich mich bewegt. Aber es war etwas anderes, als der gelben Filzkugel nachzurennen«, sagt er. Beide hatten jeden Tag einen Programmpunkt. »Mal haben wir den Keller aufgeräumt, dann die Garage, wir haben viel gelesen und mein Mann als Hobbymusiker hat jeden Tag auf seiner Gitarre gespielt. Es ist uns nicht langweilig geworden und wir hatten auch kein Problem damit, so lange aufeinanderzusitzen wie vielleicht manch andere Paare«, sagt sie. Aber es fehlte etwas Grundlegendes, Zentrales im Leben.

Für beide ist auch die Tennisvorbereitung ausgefallen. Normalerweise nimmt sich das Ehepaar vor Beginn der Freiluftsaison ein paar Tage für intensives Training. Sie wäre mit ihrem Team im April nach Mallorca gefahren, er mit seinen Kumpels um die Osterzeit nach Südtirol. Doch auch das war heuer nicht möglich.

Auflagen handhabbar

Umso mehr freuten sich beide auf den 11. Mai. Dieser Tag wurde ihnen durch den Regen vermiest. Doch die Tage darauf konnten sie endlich wieder auf die Courts. Mit den Auflagen kommen sie zurecht, wobei beide sagen, dass natürlich duschen nach dem Sport schon ganz schön wäre. »Du darfst nicht duschen, du bekommst nichts zu essen und du darfst nicht am runden Tisch eng zusammensitzen. Aber wir halten uns alle an die Auflagen und ich denke, dass es sicher auch hier nochmal Lockerungen geben wird«, meint Ilona.

An den Medenspielen wollen sie beide gerne teilnehmen. Doch es muss erst noch innerhalb der Mannschaften geklärt werden, wie es im Einzelnen ablaufen soll. »Meine Frau spielt in einer anderen Liga als ich. Sie trifft es nicht so schlimm, sie muss nicht so weit fahren. Wenn wir aber mit den Senioren in der Landesliga zum Beispiel von Aschaffenburg nach Hof fahren müssen, nur zu zweit im Auto sitzen dürfen, nur ein Einzel spielen dürfen und ohne zu Duschen und zu Essen wieder nach Hause fahren sollen, dann hat das mit Spaß nicht mehr viel zu tun«, so Wolfgang. Doch bis zum Medenrunden-Beginn Anfang Juni ist noch ein bisschen Zeit und vielleicht findet sich bis dahin eine Lösung. Und Wolfgang, der genauso leidenschaftlich Musik macht, wie Tennis spielt, sagt: »Wenn es wieder erlaubt ist, dann würde ich gerne mit ein paar Musikerfreunden von mir ein kleines Eröffnungskonzert auf unserer Anlage geben. Eine kleine Party auf unserer TCS-Terrasse. Als Dankeschön, dass wir alles gut überstanden haben.« Dies wird mit Sicherheit ein voller Erfolg.

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