Donnerstag, 15.11.2018

Im Schatten der Drei Zinnen

Radsport:Wie der Frammersbacher Tim Weismantel seine erste Mountainbike-WM angeht - Sehr anspruchsvoller Kurs

Mittwoch, 12.09.2018 - 19:32 Uhr

Wenn sich am Sams­tag im ita­lie­ni­schen Au­ron­zo di Ca­do­re (Ita­li­en) die bes­ten Ma­ra­thon-Mo­un­tain­bi­ker bei der Welt­meis­ter­schaft mes­sen, ist auch ein Ath­let aus Main-Spess­art da­bei: Tim Weis­man­tel (Tex­pa Sim­p­lon).

Der 27-jährige Frammersbacher, der in München als IT-Systemelektroniker bei der Landeshauptstadt München arbeitet, wurde in der vergangenen Woche vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) erstmals für den globalen Entscheid in den Dolomiten nominiert.

Vor dem Showdown im Schatten der Drei Zinnen sprach unser Medienhaus mit Weismantel unter anderem über seine WM-Nominierung, über den Kurs und die Suche nach einem neuen Team.

Wie war es, als Sie vorige Woche erfahren haben, dass Sie bei der Marathon-WM starten dürfen?

Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich von der Nominierung erfahren habe. Ich hatte mir nie das Ziel gesetzt, einmal die Marathon-WM zu fahren. Umso schöner, dass es nun geklappt hat. Wenn ich an meine Anfänge in Frammersbach beim Spessart-Bike-Marathon denke, hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich einmal bei so einer Veranstaltung mitfahren werde. Alleine dass ich dabei bin, freut mich riesig.

Tragen Sie beim globalen Entscheid das Nationaltrikot?

Ja, mal sehen, ob es mir steht.

Wann reisen Sie an?

Ich werde am Donnerstag mit meiner Freundin und meinem Teamkollegen Matthias Alberti anreisen. So können wir vorab die Schlüsselstellen der Strecke erkunden.

Der WM-Kurs in den Belluneser Dolomiten ist 113 Kilometer lang und gilt als sehr anspruchsvoll. Experten sagen, dass nur technisch sehr gute Bergfahrer mit extremer Ausdauer und perfekter Renneinteilung vorne landen können. Kennen Sie die Strecke?

Ich kenne den Kurs selbst nicht, habe aber von Teamkollegen und Freunden gehört, dass er nicht ohne ist. Ich denke, die Daten sprechen für sich, wir müssen schließlich rund 4500 Höhenmeter bewältigen. Mal sehen, ob ich nach dem Rennen die Berge noch genauso mag wie jetzt.

Sie waren zuletzt im Flachland an der Ostsee, um zu trainieren und um Urlaub zu machen. Wie ist Ihre Form?

Passt soweit, ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Saison läuft natürlich schon sehr lange, aber ich habe mich in den vergangenen Wochen erholt und an der Ostsee noch einmal ausgiebig trainiert. Leider gab es dort nicht allzu viele Berge, dafür aber jede Menge Wind.

Was ist Ihr Ziel bei Ihrer ersten WM-Teilnahme?

Das Niveau bei der WM wird abartig hoch sein. Ich möchte eine gute Leistung abrufen und möglichst gut durchkommen. Zu welcher Platzierung das reicht, wird sich zeigen.

Ihr Vertrag beim Texpa-Simplon-Team wird nach drei Jahren nicht mehr verlängert. Belastet Sie die Suche nach einer neuen Equipe?

Anfangs war die Situation komisch, weil ich mir die vergangenen Jahre darüber keine Gedanken machen musste Ich habe aber viele Gespräche mit meinem engsten Kreis geführt, so dass ich es als eine neue Herausforderung sehe.

Es öffnen sich neue Türen und man darf nicht vergessen, dass ich kein Profi bin, der vom Sport lebt und abhängig ist. Der gute Zusammenhalt und die entstandenen Freundschaften mit den Teamkollegen untereinander wer?den mir besonders fehlen.

KLAUS WERTHMANN
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