Dienstag, 26.05.2020
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Positive Signale im schlechten Trend: Zahl der Jugendlichen sinkt

Tennisnachwuchs
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Das Schnup­per­trai­ning für die Grund­schul­kin­der ist aus­ge­fal­len. Als hät­ten die Ve­r­ei­ne in Deut­sch­land nicht schon ge­nug um Nach­wuchs zu kämp­fen, hielt das Co­ro­na­vi­rus wo­chen­lang Kin­der und Ju­gend­li­che von ih­ren Trai­nern fern. In ei­ni­gen Sport­ar­ten ist der Trai­nings­be­trieb nun wie­der mög­lich, et­wa im Ten­nis.

Dort erlebten die Vereine nach dem Boom der Becker-und-Graf-Ära einen deutlichen Rückgang bei den Mitgliederzahlen und beim Nachwuchs.

Die Statistik des BLSV weist für die Tennisvereine in Unterfranken eine deutliche Tendenz auf: Die Zahl der Jugendlichen sinkt, nur bei den bis zu Fünfjährigen steigt die Rate. Legt man die Zahlen von 2006 und 2019 zugrunde, gingen in der Altersklasse von 6 bis 13 Jahren fast 1000 Mitglieder im Bezirk verloren, bei den 14- bis 17-Jährigen waren es noch mehr.

Trotzdem gibt es auch positive Zeichen. Steffen Wolz, seit fast 20 Jahren Jugendwart bei TC Rot-Weiß Miltenberg erinnert sich, dass etwa 40 Kinder im Verein waren, als er angefangen hat. Jetzt seien es 90 bis 100. Der Verein habe dafür hart gearbeitet, etwa in der Kooperation mit den Grundschulen.

Auch Michael Rebele, der beim TSV Lohr (TC Rot-Weiß Lohr) Tennis unterrichtet, berichtet von einer steigenden Tendenz beim Nachwuchs. Der 42-Jährige schult überwiegend Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren. Sein Ziel dabei: Möglichst alle auf ein Niveau für die Teilnahme am Mannschaftsspielbetrieb bringen. Denn dann blieben mehr Kinder und Jugendliche dem Sport erhalten.

Kooperation mit Schulen

Zwar bringen Jugendliche manch?mal Freunde zum Tennis. Doch darauf allein könne man sich nicht verlassen. Rebele sucht daher die Zusammenarbeit mit Schulen, vor allem den Grundschulen. In diesem Jahr besuchte er jeweils dreimal die 1. bis 4. Klasse der Grundschule im Lohrer Stadtteil Sackenbach. Meist bietet er dann mit Beginn der Freiluftsaison jenen Kindern, die einmal gerne auf dem Platz spielen wollen, ein Schnuppertraining an. Am Ende blieben oft bis zu zehn Kinder dabei. Dieses Jahr allerdings fällt die Schnupperstunde wohl aus.

Die Kooperation mit Schulen und Kindergärten gehöre mittlerweile schon zum Standardprogramm der Tennislehrer, erzählt Nirmel Osmanovic, BTV-Regionaltrainer Unterfranken für die U10/U11. Seines Erachtens hat sich der Rückgang im Nachwuchsbereich verlangsamt und die Situation etwas stabilisiert. Aber man müsse hart um die Jugendlichen werben.

Dass die breite Masse in den Vereinen weniger geworden ist, hat auch Andreas Christoffel von der Tennis Academy Obernburg durch die Kooperation mit Vereinen bemerkt. Dafür gebe es immer mehr Familien, die den Tennissport sehr intensiv betreiben und zusammen zu Tenniscamps reisen, oder die Kinder zu Turnieren begleiten.

Und für Christian Höhn, BTV-Koordinator Jugendarbeit in Nordbayern, ist es kein Selbstläufer, Jugendliche in den Leistungsbereich zu bekommen. Aber der Verband sei gut unterwegs mit Angeboten wie Kinderolympiade oder Kleinfeldcups. Wichtig sei die Kooperation mit den Heimtrainern. Großen Beratungsbedarf hat er bei Eltern ausgemacht und versucht, diesen zu befriedigen. Denn: »Wir müssen die wenigen sehr Guten gut pflegen.«

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