Dienstag, 20.04.2021
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Mit Spessart-Luft fährt es sich besser: Aschaffenburger Alexander Gassner krönt Skeleton-Saison mit WM-Medaillen

Skeleton
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Skeleton Weltmeisterschaft
Alexander Gassner auf dem Weg zu einer seiner beiden WM-Medaillen.
Foto: Sebastian Kahnert (dpa)
Ob es wirklich nur daran liegt? »Die gute Spessart-Luft tut mir gut«, lacht Alexander Gassner. Tatsächlich scheint sie einen Einfluss zu haben. Seit der Skeleton-Pilot der Liebe wegen nach Aschaffenburg-Gailbach gezogen ist, läuft es auch in der Eisrinne rund. Bei der Weltmeisterschaft in Altenberg gab es für den Sportsoldaten Bronze im Einzel und Silber im Mixed - die Krönung seiner bislang erfolgreichsten Saison.

Zwei Medaillen waren das erklärte Ziel. Und jetzt, da sie um Gassners Hals baumeln, kann dieser ganz entspannt sein Fazit ziehen: »Ich bin super happy.«

Das hatte sich nach dem ersten Tag noch anders angehört. Da lag Gassner nur auf Rang fünf, die Medaille in weiter Ferne. »Da war ich natürlich nicht zufrieden«, sagt er im Rückblick. »ich war zu aufgeregt, hatte mir selbst zu viel Druck gemacht«, so Gassner.

Routine ausgespielt

Am zweiten Tag dann die Aufholjagd Richtung Bronze. Gassner knüpfte da an, wo er im Weltcup, wo ihm zwei Siege gelungen waren, aufgehört hatte. »Der Start war besser und dann habe ich meine Routine ausgespielt«, sagt er. Aus der Heimat gab es nach den ersten beiden eher durchschnittlichen Läufen viel Zuspruch. »Das hat mich aufgebaut«, so Gassner.

Alexander Gassner startet mit Schwung in die Heim-WM.
Foto: Tobias Hase (dpa)

»Das war ein Lauf von Alex, wie wir ihn aus den vergangenen Wochen kennen. Er hat es laufen lassen, genossen und das Gerät nicht überfahren. In den ersten Fahrten wollte er es erzwingen. Das war heute der alte Alex«, lobte Bundestrainer Christian Baude.

Weil Gassner den Teamkollegen Felix Keisinger im Einzel noch auf Rang vier verdrängt hatte, durfte der Aschaffenburger auch im Mixed starten. Dort holte er gemeinsam mit Vizeweltmeisterin Jaqueline Lölling Silber. Geschlagen nur vom deutschen Weltmeister-Doppel. Tina Hermann und Christopher Grotheer. 14 Hundertstel lagen die beiden Einzel-Weltmeister vorne. »Klar hätten wir gerne unseren Titel verteidigt, aber die anderen beiden waren schon dominant dieses Wochenende«, so Lölling.

Auch Gassner konnte mit Silber bestens leben: »Ich kann sehr zufrieden sein«, sagt er, auch wegen der äußeren Umstände: »Minus zehn Grad. Das Eis war sehr hart, die Bahn sehr ruckelig. Das war sehr schwer zu fahren«, blickt er zurück. »Zum Glück ist es mir gut gelungen.«

Auf dem Podest: Alexander Gassner (l-r), Jacqueline Lölling, Christopher Grotheer und Tina Hermann aus Deutschland, Elena Nikitina und Alexander Tretiakov aus Russland.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Altenberg waren die letzten Rennen dieser speziellen Saison. »Jetzt stehen noch Testläufe am Königssee und in La Plagne an«, sagt Gassner. Da werden die Schlitten schon für die olympische Saison justiert. »Das Testen ist ganz wichtig für uns, auch im Hinblick auf die nächste Saison. Da wollen wir den Medaillenspiegel, den wir diese Saison erreicht haben, gerne wiederholen, am besten bei Olympia.«

Im März gibt es ein paar Wochen Ruhe, dann beginnt die Vorbereitung auf Peking. In der guten Spessartluft. »Ich fühle mich dort unglaublich wohl, habe viele neue Freunde gefunden, die bei den Rennen immer mitfiebern«, sagt Gassner.

Der Wohlfühlfaktor als Erfolgsrezept: »Irgendwie verleiht es mir Flügel«, sagt der 31.-Jährige. Vielleicht auch für Olympia.

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