Mountainbike-Profi Max Brandl trotzt beim Weltcup in Snowshoe den krassen Bedingungen

Nebel, sintflutartiger Regen und jede Menge Schlamm

Radsport
2 Min.

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Der Lohrer Mountainbike-Profi Max Brandl in Aktion.
Foto: Merlin Muth
Sint­flu­t­ar­ti­ger Re­gen, dich­ter Ne­bel und je­de Men­ge Schlamm: Mo­un­tain­bi­ke-Pro­fi Max Brandl (Lex­wa­re Ra­cing/RVV Wom­bach) hat am Sonn­tag den wid­ri­gen Be­din­gun­gen beim Cross-Co­un­try-Welt­cup im US-ame­ri­ka­ni­schen Snows­hoe ge­trotzt und 19 Ta­ge nach sei­ner Ope­ra­ti­on am ge­bro­che­nen Schlüs­sel­bein ei­ne wei­te­re Top-Plat­zie­rung er­zielt.

Der 25-Jährige aus Lohr-Sendelbach fuhr nach acht Runden als zweitbester Deutscher auf den 16. Platz, obwohl er vor dem Start Probleme hatte. »Ich habe ein bisschen ein Kratzen im Hals gehabt und fühlte mich nicht zu 100 Prozent bereit, einen Weltcup zu fahren. Nach langem hin und her habe ich zum Glück entschieden, dass ich fahre.«

Zwei Tage nach Rang sieben beim Short Track-Weltcup war Brandl in dem kleinen Ski-Örtchen mitten in den Wäldern West Virginias mit Bedingungen konfrontiert, die er »krass« nannte. Der starke Regen verwandelte die Trails in Sturzbäche und die Wiesenanstiege in Ackerland, so dass die weltbesten Mountainbiker am Fernsehbildschirm kaum zu erkennen waren.

»90 Minuten vor dem Start hat sich das Wetter stark verschlechtert. Wenn man sich sowieso schon mit einer anbahnenden Erkältung im Kopf herumschlagen und dann hinaus in so einen Regen muss, ist das kein gutes Omen«, berichtete der deutsche Meister, der sich nicht erinnern kann, bei so viel Wasser auf der Strecke jemals Rad gefahren zu sein.

Das war heute ein bisschen verrückt, hat aber richtig Spaß gemacht.

Brandl ging von der ersten Startreihe aus ins Rennen, kam gut weg und merkte aber zügig, dass er ein bisschen müde in den Beinen ist: »Ich konnte die Belastungsspitzen nicht ganz mitgehen. Vielleicht bin ich die Doppelbelastung Short Track und Cross-Country innerhalb von zwei Tagen noch nicht so gewohnt.« Nach der Startrunde fand sich der Spessarter auf Position 19 ein, fing sich dann aber wieder und arbeitete sich schrittweise nach vorne: »Ich konnte zumindest Gruppen halten und hier und da einmal eine kleine Attacke setzen. Das tolle war, dass ich mich bergab extrem gut gefühlt habe in diesen Bächen und deswegen so ein gutes Ergebnis herausgekommen ist. Das war genial.«

An der Spitze entwickelte sich ein spannendes Rennen, das der Spanier David Valero Serrano nach 1:25,11 Stunden in der letzten Runde für sich entschied. Dahinter folgten der Franzose Titouan Carod (+5 Sekunden) und der Italiener Luca Braidot (+11) auf den Rängen zwei und drei. Eine starke Leistung zeigte Brandls Ex-Teamkollege Luca Schwarzbauer (Team Canyon), der mit 31 Sekunden Rückstand als bester Deutscher Sechster wurde. Brandl hatte 2:48 Minuten Rückstand auf den Sieger.

Pech mit Defekten hatten die beiden stärksten Fahrer im Feld, Christopher Blevins (USA) und Filippo Colombo (Schweiz), die trotzdem die Plätze vier und fünf belegten. Rekordweltmeister Nino Schurter (Schweiz) hatte nach einem Sturz beim Short-Track am Freitag wegen Schulterschmerzen auf einen Start verzichtet.

»Das war heute ein bisschen verrückt, hat aber richtig Spaß gemacht. Jetzt hoffe ich, dass ich gesund bleibe«, sagte Brandl, der sich auf den nächsten Übersee-Weltcup ab Freitag im kanadischen Mont Sainte Anne freut.

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