Schwimmerin Lena Ludwig holt zwei deutsche Titel und verbessert in Berlin zwei bayerische Altersklassenrekorde

Schwimmen
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Sie vertraten den SSKC erfolgreich in Berlin: Alexander Gening, Jule Weindel und Hannah Ludwig (hinten, von links) sowie Lena Ludwig, Maxim Sarkany, Leon Finnegan und David Billert (vorne, von links).
Foto: Tom Ehrhardt
Dem er­folg­rei­chen Auf­takt an den bei­den ers­ten Wett­kampf­ta­gen lie­ßen die Schwim­me­rin­nen und Schwim­mer des SSKC Po­s­ei­don Aschaf­fen­burg bei den deut­schen Jahr­gangs­meis­ter­schaf­ten in Ber­lin auch an den drei fol­gen­den Ta­gen sehr gu­te Leis­tun­gen fol­gen. Für die Glanz­punk­te sorg­te er­neut Le­na Lud­wig.

Nach ihrer Vizemeisterschaft über 50 m Brust mit bayerischem Altersklassenrekord sicherte sich die 14-Jährige als Spezialistin in dieser Schwimmart in toller Manier die Titel über 100 und 200 Meter. Die beiden Youngsters im Team, David Billert und Leon Finnegan (beide Jg. 2008), überzeugten bei ihren DJM-Debüts mit Finalteilnahmen.

Ein wahres Meisterstück

Lena Ludwig, die wegen der kurzen Vorbereitungszeit auf eine Teilnahme an den deutschen Kurzbahnmeisterschaften Ende September verzichtet hatte, traf nun in Berlin auf Jamelia Drumm (SG Essen), die an der Wupper auf allen drei Bruststrecken die Titel in der EYOF-Wertung gewonnen hatte. Nach dem ersten Schlagabtausch bei den Titelkämpfen in Berlin über 50B, den die groß gewachsene Essenerin knapp für sich entschieden hatte, lieferte das Mädel aus dem Strietwald auf der doppelten Distanz ein wahres Meisterstück ab.

Bereits im Vorlauf trafen die beiden Kontrahentinnen im direkten Vergleich aufeinander. Bei diesem behielt Ludwig dank einer starken zweiten Bahn (37,67 Sekunden!) in 1:12,35 Minuten (Drumm: 1:12,95 Min.) die Oberhand und sicherte sich somit die »Favoritenbahn« fürs packende Finale. Dort nämlich nutzte die Essenerin ihre höhere Grundschnelligkeit auf der ersten Bahn (33,59 Sekunden) aus und wendete sichtbar vor Lena Ludwig (34,09). Diese wiederum verfiel nicht in Hektik, Wende und Tauchzug gelangen optimal und die zweite Bahn ist eh ihre große Stärke.

Stück für Stück schwamm sie an die Führende heran, an dieser vorbei und in der Gewissheit eines sicheren Sieges begeistert zum erhofften Titel. Mit ihrer Siegerzeit (1:11,52 Min.) verbesserte sie den von ihr selbst im Juni aufgestellten bayerischen Altersklassenrekord um eine gute Sekunde und übertraf mit 720 Zählern auf dieser Distanz erstmals die 700-Punkte-Marke. Jamelia Drumm (Silber in 1:12,66) und Malia Winkler (SC Magdeburg - Bronze in 1:12,83) schwammen in Ludwigs Sog zu persönlichen Bestzeiten.

Ruhig ging die neue Titelträgerin einen Tag später das »Unternehmen DJM-Titel über 200B« an. Als Favoritin gehandelt, erlaubte sie sich, den Vorlauf etwas bedächtiger anzugehen. 2:39,41 Minuten - sieben Sekunden über ihrem BSV-Rekord - reichten jedoch auch hier zur Mittelbahn im Finale, in dessen Verlauf sie keine Zweifel über ihren späteren Sieg aufkommen ließ. Nach 34,96 Sekunden auf den ersten 50 Metern lag sie knapp in Führung, die sie bis zum Schluss peu á peu ausbaute. Siegerzeit bei ihrem zweiten Titelgewinn 2:33,43 Minuten (745 Punkte!). Keineswegs schwach ihre Begleiterinnen aufs Podest, die beiden Mädels der SG Essen: Lotta Schulze (2:36,64) und Jamelia Drumm (2:40,05).

Ihre letzte Chance, an einer DJM teilzunehmen, erhielten Hannah Ludwig, Lenas drei Jahre ältere Schwester, und die ebenfalls 17-jährige Jule Weindel, die nach erreichter Norm in Berlin ihr DJM-Debüt gaben und dabei ganz nahe an ihre persönlichen Bestleistungen herankamen. Nicht ganz so gut lief es bei Alexander Gening. Für den 15-Jährigen, dem in Bayreuth vor zwei Wochen noch ein bayerischer Jahrgangstitel geglückt war, war die Vorbereitung einfach zu kurz, um an die sehr guten Leistungen der beiden vergangenen Jahre heranzureichen. Coach Ehrhardt beruhigt: »Er braucht jetzt erstmal Training.«

Hintergrund: So geht Sport - auch in schwierigen Zeiten

Ein Mammutprogramm absolvierten die Jugendlichen der Jahrgänge 2004 bis 2008 (weiblich) und 2003 bis 2008 (männlich) bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen von Dienstag bis Samstag in Berlin. Je 17 Einzelrennen für Mädels und Jungs standen auf dem Plan - von den Sprints über 50m bis hin zu den langen Strecken 400L, 800 und 1500F. Das Einschwimmen begann um sieben Uhr, denn bereits ab 8.30 Uhr wurden die Vorläufe gestartet, die teilweise bis 13 Uhr dauerten. Die acht Zeitschnellsten jedes Jahrgangs traten ab 17.30 Uhr zu den Finalen an. Zwischen den beiden Abschnitten waren Ein- und/oder Ausschwimmen angesagt.

1127 Athletinnen und Athleten aus 241 Vereinen absolvierten über 3700 Starts. Der Ausrichter der Veranstaltung, die Abteilung Wettkampfsport des DSV, und ihre zahlreichen Helfer vollbrachten unter Beachtung strenger Hygienemaßnahmen eine logistische Meisterleistung. Ein großes Lob gebührt auch den jugendlichen Akteuren, die neben super Leistungen auch ein solches Verhalten zeigten. So geht Sport - auch in schwierigen Zeiten.


Gute Noten verdienten sich die drei jüngeren Debütanten: Maxim Sarkany (Jg. 2007) legte bei seinen drei Einsätzen eine Gesamtstrecke von 1900 m zurück und bewies mit neuen, stattlichen Hausmarken seine positive Entwicklung. Am vorletzten Tag steigerte er seine Hausmarke über 200S um über fünf Sekunden auf feine 2:26,57 Minuten und schaffte mit Rang 15 eine sehr ordentliche Platzierung.

Noch etwas schneller war in der gleichen Disziplin der ein Jahr jüngere David Billert. Mit neuer persönlicher Bestzeit (2:25,85 Minuten!) qualifizierte er sich als Sechster des sehr starken Jahrgangs 2008 fürs Finale, wo er in 2:26,06 Minuten Siebter wurde. Leon Finnegan (Jg. 2008) erreichte über 50B (8. in 0:33,70) und 100B (7. in 1:14,61 - Vorlauf: 1:14,03!) zweimal die Finalläufe. Über seine Spezialstrecke (200B) fehlten ihm dazu im Zuge einer Erkältung Luft und Kraft. In 2:44,61 Minuten belegte er Rang zwölf.

Im Medaillenspiegel belegte der SC Magdeburg mit 27 Gold-, 9 Silber- und 19 Bronzemedaillen den ersten Platz vor SC Chemnitz (13-11-1) und SC Wiesbaden (10-6-4). Dank der drei Medaillen durch Lena Ludwig platzierte sich der SSKC Poseidon Aschaffenburg unter den insgesamt 171 Vereinen auf dem 31. Rang.

Mömbriser Arthur Geis Sechster und Fünfter

Zwei Starts in Berlin hatte Arthur Geis, der im April dieses Jahres vom SSKC Aschaffenburg zum Hofheimer SC gewechselt ist. Über 50 Meter Brust schwamm der Mömbriser mit der Zeit von 33,57 Sekunden ins Finale des Jahrgangs 2008. Darin steigerte er seine Bestzeit auf 33,11 Sekunden und wurde Sechster. Über 100 m verbesserte er seine Meldezeit noch mehr - von 1:17,35 auf 1:13,45 Minuten im Vorlauf. Mit der Verbesserung auf 1:13,12 im Finale schaffte er den Sprung auf Rang fünf bei diesen deutschen Jugend-Meisterschaften. ()

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