Mittwoch, 26.06.2019

Kommen 120er-Ligen in Hessen? Kegel-Vereine haben für ihre Mannschaften die Wahl

Kegeln
Kommentieren
120 oder 100/200 Kugeln: Über welche Distanz gehen die hessischen Vereine in der kommenden Saison? Bis Sonntag dürfen sie sich noch entscheiden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Wer­den in Hes­sen ab der Sai­son 2019/20 ne­ben den 200-(Män­ner) und 100-Wurf-Li­gen (Frau­en) auch 120-Wurf-Li­gen mit Wer­tung ein­ge­führt? Die­se Fra­ge be­schäf­tigt der­zeit auch die Keg­ler vom Un­ter­main, die in den hes­si­schen Li­gen auf Punk­te­jagd ge­hen.

Bis zum 31. März müssen die Vereine ihre Mannschaften beim Hessischen Kegler- und Bowling-Verband (HKBV) melden - und sich für eines der beiden Spielsysteme entscheiden.

Bei den Männern sind eine 120er-Hessen-, Regional- und Gruppenliga geplant, bei den Frauen nur eine Hessenliga. Ab den Bezirksligen abwärts wird nach Beschluss der Sektionsversammlung vom 26. Januar bei Männern und Frauen mit Vierer-Mannschaften über 100 Wurf gespielt.

Diese neue Ligenstruktur bedingt, dass künftig nur noch 60 statt bisher 70 Mannschaft auf der hessischen Landesebene spielberechtigt sind. Somit droht mehr Gruppenligisten, auch abhängig von den Meldungen, der Abstieg. »Dadurch wird eine bessere Leistungsdichte nicht nur auf Landes-, sondern auch auf Bezirksebene erreicht«, ist dem »Fazit der Sektionsversammlung« als ein Ziel zu entnehmen.

Andererseits wird die Aufstiegsregelung in den Hessenligen der Männer und Frauen zum Saisonende erweitert. Der HKBV möchte die Möglichkeit anbieten, bei beiden Disziplinverbänden - Deutscher Keglerbund Classic (DKBC) und Deutsche Classic-Kegler Union (DCU) - eine Mannschaft für die Aufstiegsspiele zu melden. Somit können Teams, die in der Abschlusstabelle die Plätze 1 bis 3 belegen, für Aufstiegsspiele gemeldet werden.

Vereine mit zwei Teams auf Landesebene könnten für unterschiedliche Wurfsysteme melden - beispielsweise die 1. Mannschaft für die Hessenliga mit 200 Wurf und die 2. Mannschaft für die Regionalliga mit 120 Wurf. Nur das Spielen auf gleicher Ebene (bspw. Hessenliga 200 und Hessenliga 120) wäre nicht möglich. Der Wechsel des Spielsystems ginge nur einmalig zur Saison 2019/20. Zukünftige Wechsel liefen nur über die Bezirksliga.

Nicht begeistert von dieser neuen Ligenstruktur ist Hans-Günter Liebler (62), Vorsitzender des Vereins der Kegler von Aschaffenburg und Umgebung (KVA), aus Hösbach-Feldkahl: »DCU und 120 Wurf - das passt nicht zusammen.« Alle KVA-Vereine - nicht nur die Erstligisten Bahnfrei Damm, TV Haibach (Männer), Kegelfreunde Obernburg und FC Laufach sowie die Zweitligisten KSC Fammersbach, DJK/AN Großostheim und TV Haibach (Frauen) - spielen über 6x100 Wurf (2x50 kombiniert, jeweils 25 Volle und 25 Abräumen) beziehungsweise 6x200 Wurf (4x50 kombiniert). Das Spielziel ist einfach: Welches Team in Summe mehr Kegel umwirft, gewinnt.

DKBC seit 2000, DCU seit 2012

Die 120 Wurf hingegen fanden Einzug ins deutsche Kegeln mit Gründung des DKBC im Jahre 2000. Aufgeteilt auf vier Sätze, hat sich diese Variante mittlerweile international durchgesetzt.

Doch nicht wenige Kegler waren gegen diese Verkürzung der Distanz von 200 (Männer) auf 120 Wurf. Aus dieser Bewegung entstand 2012 die DCU. Mittlerweile, so Liebler, ehemaliger Bundesliga-Kegler von Bahnfrei Damm, habe es »unzählige Abstimmungen und Befragungen gegeben, eine Mehrheit für 120 hat sich aber nie gefunden«.

Dies soll sich nun nach dem Willen in erster Linie von Jörn Engel (Darmstadt), Sektionspräsident Classic im HKBV, ändern. Liebler vermutet, dass er den Vereinen den Wechsel einerseits mit dem Aufstieg übers Hintertürchen in die Hessenliga schmackhaft machen könnte.

Anderseits hoffe man wohl, dass überalterte Teams eher zu 120 Wurf als zu konditionell schon anspruchsvolleren 200 Wurf tendieren. Doch dieses Argument, das auch mit Zeitersparnis einhergehe, greife eben nicht auf Bezirksebene und bei den Frauen - im Gegenteil.

Auch in der derzeit laufenden neuerlichen Abstimmung zeichne sich weder in Hessen und erst recht nicht im KVA eine Mehrheit für die Schiene 120 ab. Noch aber haben nicht alle Vereine votiert.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!