Dienstag, 13.11.2018

Auf den letzten 250 Metern gibt es kein Halten mehr

Rudern:Top-Leistungen der Marktheidenfelder Masters bei der inoffiziellen Europameisterschaft in München - Achter-Crew gibt alles

Montag, 06.08.2018 - 20:30 Uhr

Top-Leis­tun­gen ha­ben die Mas­ters-Ru­de­rer der RG Markt­hei­den­feld bei der Eu­ro-Mas­ters-Re­gat­ta in Mün­chen ab­ge­lie­fert. Der Vie­rer und der Ach­ter mit RGM-Be­tei­li­gung schnit­ten in span­nen­den Ren­nen je­weils aus­ge­zeich­net ab.

Nachdem weniger als eine Woche zuvor ebenfalls auf der Olympia-Regatta-Strecke die bayerischen Meisterschaften ausgetragen wurden, fanden über vier Tage lang die inoffiziellen Europameisterschaften der Masters statt. Ruderer ab 27 Jahren treten beim Masters-Rudern in verschiedenen Altersklassen, jeweils mit einem bestimmten Altersdurchschnitt, an. Insgesamt waren über 2500 Athleten aus 28 Nationen am Start der perfekt und professionell organisierten Regatta. Einige von ihnen hatten sogar das 90. Lebensjahr schon überschritten. Mit dabei waren auch viele ehemalige Teilnehmer an olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, etliche frühere nationale und internationale Titelträger.

Für die RGM ruderten Dietmar Hamberger, Bruno Perner und Ingmar Lepiors zusammen mit Gerhard Reinert aus Heilbronn im Vierer mit Steuermann. Gesteuert wurden sie von Beatrice Barrois. Insgesamt lagen in der Altersklasse E (Durchschnittsalter 55 Jahre) zehn Boote verteilt auf zwei Läufe am Start. Das Marktheidenfelder Boot startete engagiert ins Rennen und lieferte sich schon bald einen Dreikampf mit den Booten aus Frankfurt/Rüsselsheim und aus Russland. Zur Hälfte der 1000-Meter-Strecke lag man auf dem dritten Platz und konnte einem weiteren deutschen Boot und der französischen Mannschaft schon einige Meter abnehmen.

Drei Boote fast gleichauf

Auf der zweiten Streckenhälfte entwickelte sich das Rennen zu einem wahren Krimi. Auf Höhe der Zuschauertribüne knapp 200 Meter vor dem Ziel schoben sich die Marktheidenfelder immer näher an die beiden führenden Boote heran. Die begeisterten Zuschauer sahen ein Herzschlagfinale. So gingen die ersten drei Boote binnen einer Zeit von nur wenig mehr als einer Sekunde über die Ziellinie.

Erst nachdem das Zielfoto ausgewertet war, stand fest, dass die RGM-Crew das Nachsehen hatte. Es siegte die Renngemeinschaft aus Frankfurt/Rüsselsheim vor dem russischen Team.

Am Nachmittag stand für die vier das Achterrennen ebenfalls in der Altersklasse E an. Mit im Boot waren auch Jochen Strnischa und Ralph Zell von der RGM sowie Hermann Gress und Peter Ehinger aus Würzburg. Insgesamt 24 Achter hatten hier gemeldet und starteten in vier Läufen zu je sechs Booten. Die Einteilung sorgte dabei dafür, dass die Marktheidenfelder im stärksten Lauf antreten mussten.

Mit jedem Schlag besser

Mit einer engagierten Leistung mobilisierte die Crew alle Kräfte. Nach der Startphase lag man zunächst im Mittelfeld, kam aber mit jedem Schlag besser in Schwung. Mit einem Spurt zur Streckenmitte schob man sich auf Platz drei und konnte an Kroatien, einem gemischten Team aus Österreich und Ungarn und einem weiteren deutschen Boot vorbeiziehen. Unglaublich stark und souverän präsentierten sich aber die Iren, die an dieser Stelle bereits einen Vorsprung herausgefahren hatten, dicht gefolgt von der russischen Mannschaft aus Moskau.

Auf den letzten 250 Metern gab es dann kein Halten mehr. Schlagmann Hamberger erhöhte die Schlagzahl, und die Crew gab ihr Letztes. Auch wenn Irland klar als Erster ins Ziel kam, so schoben sich die Deutschen an die Russen immer weiter heran. Aber es reichte am Ende nicht ganz, und es wurde schließlich ein weiterer dritter Rang, wenn auch nur weniger als eine Sekunde hinter den Zweiten.

Auch die Zeit konnte sich sehen lassen. Von allen 24 Achtern hatten die RGM-Ruderer am Ende die fünftbeste Zeit. Zwei der vier Läufe hätten sie mit dieser Zeit sogar gewonnen.

Jochen Strnischa,
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