Immerhin, die Felgen bleiben dran: Alzenauer Hyundai-Team muss neues Rallye-Auto auf die Beine stellen

Motorsport
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Jede Menge Arbeit für die Hyundai-Ingenieure. In acht Wochen muss das neue Auto fertig sein. Aussehen wird es jedoch völlig anders, als der bei den Tests verwendete Prototyp.
Foto: Romain Thuillier
In acht Wo­chen ist es so­weit. Dann star­tet die Ral­lye-WM in die neue Sai­son - und in ei­ne neue Ära. In Mon­te Car­lo (20. bis 23. Ja­nuar) wer­den die neu­en Hy­brid-Fahr­zeu­ge (Ral­ly1) ihr De­büt fei­ern. Für die Her­s­tel­ler ei­ne Her­ku­lesauf­ga­be.

Sie mussten während der laufenden Saison ein Fahrzeug für 2022 entwickeln, das mit dem alten Auto nur noch wenig gemein haben wird. »Ich glaube das einzige, was wir behalten haben, sind die Felgen«, sagt Andrea Adamo, Chef des Alzenauer Hyundai-Teams.

Und der Italiener scherzt nicht. Das Einsatzfahrzeug für die WM 2022 wird laut Adamo »deutlich anders aussehen«, als der Prototyp auf Basis des aktuellen i20, mit dem die Alzenauer die Entwicklung vorantreiben. Ab Sonntag stehen die nächsten sechs intensiven Testtage auf dem Programm.

Fast alles ändert sich

Fast alles ändert sich. Die Aerodynamik wird reduziert, das Zentraldifferential verboten und auch der Federweg wird kürzer. Während einer Wertungsprüfung kann das Hybridsystem für einen zusätzlichen Leistungsschub aktiviert werden. Auf Teilen der Verbindungsetappen und im Servicepark dürfen die Autos nur mit Elektroantrieb gefahren werden.

Bei einer simulierten kompletten Rallye über drei Tage, haben die Alzenauer viele Erkenntnisse gewonnen. Aber es tauchten auch ebenso viele neue Fragezeichen auf. »Es ist ein bisschen wie in dem Film Shrek, wo sie auf dem Weg in ein weit, weit entferntes Land sind und der Esel immer wieder fragt: Sind wir schon da?«, antwortet Adamo auf die Frage, wie weit Hyundai mit der Entwicklung sei. Und er fährt fort: »Im Grunde bin ich für meine Ingenieure wie der Esel. Das Problem ist, dass wir nicht genau wissen, wo wir hin müssen.«

Der WM-Dritte Thierry Neuville hat schon viele Testkilometer mit dem neuen Auto abgespult. So ganz warm ist der Belgier mit Rally1 dabei noch nicht geworden. »Es ist sehr einfach, vom Verbrennungsmotor auf Elektro zu wechseln. Man schaltet den Elektromotor an, das Getriebe wechselt automatisch in den Leerlauf und der Verbrenner stoppt«, so Neuville, »aber umgekehrt, wenn man beim Fahren von Elektro auf Verbrenner wechseln will, muss man anhalten, weil man in den ersten Gang schalten muss.« Ein Problem, dass auch dem Motorsportweltverband FIA bekannt ist. Neuvilles Urteil: »Das Auto ist nicht so schlecht. Beim Chassis ist es eine Evolution. Was wir beim gegenwärtigen Chassis bemängeln, ist nicht komplett gelöst und es gibt auch neue Probleme. Aber die Hauptprobleme wurden gelöst. Ich kann spüren, dass das Chassis viel Potenzial hat.«

Viel Arbeit liegt noch vor den Teams. In acht Wochen muss alles funktionieren. Klappt das? »Das Problem ist, dass wir keine andere Wahl haben, als bereit zu sein«, lacht Adamo. »Ich habe nicht die Macht, die FIA anzurufen und sie zu bitten, die Rallye Monte Carlo zu verschieben, nur weil ein Lieferant Teile nicht rechtzeitig geliefert hat«, sagt der Italiener. »Es gibt Zeitpläne, und die muss man respektieren«, lautet sein Schlusswort. Anders ausgedrückt: Die Alzenauer werden bereit sein für den WM-Kampf 2022.

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