Im Rausch der Geschwindigkeit

Maximilian Wissel aus Alzenau-Hörstein ist mit seinen 19 Jahren jüngster Pilot der Superleague Formula

Motorsport
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Er ist mit Abstand der jüngste Pilot in der Superleague (SL) Formula. Der 19-jährige Maximilian Wissel aus Alzenau-Hörstein, den alle einfach nur "Max" nennen, sitzt seit zwei Jahren dort, wo mancher gerne sitzen würde: in einem richtigen Rennauto
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Die Rennserie, in der erfolgreiche Fußballvereine wie der AC Mailand oder der FC Porto mit eigenen Formelrennwagen Rennen austragen, ist zwar noch nicht so bekannt wie die Formel- oder GP2-Rennserie, jedoch zeigen die steigenden Zuschauerzahlen, dass sich die Superleague Formula im Laufe der zweiten Saison etabliert hat. Der für den FC Basel startende Wissel ist Mitglied des GU-Racing Teams mit Sitz in Alzenau, das 2003 in den Formel-Rennsport eingestiegen ist. Der einzige Unterschied zur Formel 1, so Wissel, sei nur der, dass die SL-Autos stabiler und deshalb auch schwerer seien als die "Raketen" von Button und Co.

Mit zwei Jahren in einem Kart

Bereits mit zwei Jahren saß der Nachwuchs-Rennfahrer in einem Kettcar. Zum ersten Mal Kart gefahren ist er mit fünf Jahren, zusammen mit seinem Kumpel Manuel, auf dem Kahler Festplatz. Es dauerte nicht lange, bis er erstmals in Wächtersbach auf der Wittgenborner Kartbahn dem Rausch der Geschwindigkeit verfallen ist. Die ersten Rennen ist er mit acht Jahren gefahren. "Und dann habe ich mich Klasse für Klasse gesteigert", erzählt Wissel.
"Bei Regen muss man aufs Gas gehen, als ob man einen Hund streichelt." Maximilian Wissel

2005 stand er als Gewinner der BMW-Formelsichtung fest, schon ein Jahr später fuhr er in der BMW Rookie-Wertung (Anm. der Red. Rookie = Neuling) mit. Nach der Formel BMW, in der er 2007 den ersten Sieg auf der Rennstrecke in Zandvoort (Niederlande) einfuhr, folgte 2008 der Wechsel in die Formel Renault 2.0. Noch im Herbst desselben Jahres kam er dann zu seinem jetzigen Rennstall, dem FC Basel in der damals neu gegründeten Superleague Formula.

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Berühmte deutsche Formel-1-Fahrer wie Sebastian Vettel oder Timo Glock kennt Wissel persönlich, wie auch sein großes Vorbild Michael Schumacher. 1997, erinnert er sich, habe er den siebenfachen Weltmeister beim NRW-Cup in Kerpen getroffen. Und bei der Siegerehrung hat Schumacher höchstpersönlich den Nachwuchs-Rennfahrern die Pokale überreicht.

Heute sitzt Wissel in einem 750 Kilogramm schweren Rennauto, das mit seinen 750 PS bis zu 320 Stundenkilometer schnell fahren kann. Beim Abbremsen von Tempo 300 auf Tempo 70 entwickeln sich enorme Kräfte - das bis zu fünffache Körpergewicht wirkt auf den Piloten ein.

Deshalb trainiert Wissel regelmäßig seine Muskulatur, um sein Gefährt beherrschen zu können. Der drahtige 19-Jährige geht regelmäßig ins Fitness-Studio, macht zwei- bis dreimal die Woche Ausdauersport. Das muss genügen. Denn ein Training mit seinem Rennauto ist viel zu teuer - 1000 Euro muss man für eine Runde auf einer Rennstrecke aufbringen. Wissel steigt also nur bei den Rennen in seinen V 12. Neben Ingenieur Andrea kümmern sich während eines Boxenstopps bis zu sieben Mechaniker um ihn.

Horrorcrash in Jerez

Wie bei den "Großen" in der Formel 1 gibt es auch in der SL Formula den ein oder anderen Unfall. Max Wissel hatte beim letzten Saisonrennen 2008 in Jerez (Spanien) Glück im Unglück. Ein Missverständnis zwischen ihm und seinem GU-Teamkollegen Stamatis Katsimis führte zu dem spektakulären Crash.

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Als Katsimis links in die Box einbiegen wollte, setzte Wissel zum Überholen an. Bei Tempo 250 stieg sein Auto in die Luft und landete in einem Reifenstapel. "Das Auto war total platt", berichtet Wissel, der sich bei dem Unfall lediglich den Arm geprellt hat. Sein HANS (Erläuterung siehe Info-Kasten) hat ihm wahrscheinlich das Leben gerettet.

In der laufenden Saison hat er bereits drei Rennstationen auf namhaften Strecken wie Magny-Cours (Frankreich), Zolder (Belgien) und Donington (Großbritannien) hinter sich. Beim nächsten Rennen in Estoril (Portugal) am Wochenende hat der 19-Jährige gute Chancen, vorne mitzufahren. Schließlich stand er nach dem Rennen in Donington Anfang August zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest. Nach sechs von zwölf Rennen liegt er auf Platz zwei der Meisterschaftswertung - nur zehn Punkte hinter dem Führenden Adrian Valles (FC Liverpool).

Sein Saisonziel ist - selbstverständlich - die Meisterschaft. "Die Chancen stehen nicht schlecht", grinst der Pilot. Und hofft dabei auf gutes Wetter in Portugal. Das Fahren bei Regen mag er nämlich gar nicht: "Da muss man mit dem Fuß noch vorsichtiger sein. Und aufs Gas gehen, als ob man einen Hund streichelt." Karin Hussy Mehr Infos zur Superleague Formula und Max Wissel unter www.mw-racing.de
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