Sonntag, 18.04.2021
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»Ein bisschen Langeweile tut mal gut«: Wie Aschaffenburger Tennis-Lehrer mit der Corona-Krise umgehen und ihre Schüler coachen

Corona-Krise

Tennis - Interview
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Christoph Meyer.
Foto: TOM JAKOBS
Noch im­mer hat uns das Co­ro­na-Vi­rus fest im Griff. Nicht nur un­ser All­tags­le­ben, auch der Sport wur­de lahm­ge­legt. Die Ten­nis­spie­ler freu­ten sich auf die be­gin­nen­de Frei­luft­sai­son. Doch dar­auf müs­sen sie wohl noch für un­be­stimm­te Zeit war­ten. Wir haben bei einigen Trainern, die in verschiedenen Vereinen in Aschaffenburg mit ihren Tennisschulen tätig sind, nachgefragt, wie sie sich mit der derzeitigen Situation arrangiert haben oder wie sie trotz Ausgangsbeschränkung Kontakt zu ihren Schülern halten.

Die Fragen hat unsere Mitarbeiterin Margot Staab Christof Büttner (TV Aschaffenburg), Christoph Meyer (SC WB Aschaffenburg) und Michael Ojstersek (SSCK Aschaffenburg) gestellt.

Was machen Sie in/mit Ihrer vielen freien Zeit im Moment und wie halten Sie sich persönlich fit?
Christof Büttner: So viel freie Zeit bleibt gar nicht. Ich habe mich bisher Dingen gewidmet, wie Steuer, Büroarbeiten usw., die im Normalfall zu kurz kommen oder so nebenbei mitlaufen. Und ein bisschen Langeweile tut auch mal gut. Mit Langeweile verbinden wir meistens etwas Negatives. Doch in dieser schnelllebigen Welt ist etwas Langeweile gar nicht schlecht. Ich habe zu Hause einen Raum mit diversen Fitnessgeräten, mache täglich Stabilisations- und Kraft-Übungen und das Wetter lädt im Moment zum Biken regelrecht ein. So halte ich mich fit.
Christoph Meyer: Die freie Zeit nutze ich, um viel davon mit meiner Familie zu verbringen. Außerdem kann ich mich jetzt noch intensiver mit der theoretischen Fortbildung beschäftigen, also Bücher lesen und E-Learning-Kurse aus dem Tennisbereich studieren. Die Zeiten nach der Corona-Krise werden jetzt auch schon in Ruhe geplant, also Trainingspläne erstellt, Turniere geplant etc.
Michael Ojstersek: Ich habe meinen Garten, durch die Sanierung des Hauses im letzten Jahr total vernachlässigt. Ich arbeite jetzt täglich im Garten - mit großem Erfolg und riesigem Muskelkater durch die ungewohnten Bewegungen. Daneben halte ich mich mit joggen und Fahrrad fahren fit.

Michael Ojstersek
Foto: Privat

Gibt es einen Coronafall im Verein?
Büttner: Nein, bei uns ist alles gut
Meyer: Bislang habe ich noch von keinem betroffenen Mitglied gehört, aber wir haben über 500 Mitglieder und ich habe natürlich nicht zu allen persönlichen Kontakt.
Ojstersek: Ich bin nicht auf dem neuesten Stand, denke aber nicht in der Tennisabteilung von SSKC.

Wie halten Sie Kontakt mit Ihren Schülern, mit den Mitgliedern?
Büttner: Wir telefonieren viel, schreiben über Whats App. Die üblichen Kanäle.
Meyer: Kontakt zu meinen Schülern und den Mitgliedern halte ich über meinen E-Mailverteiler, meine Website, meine Instagram- und Facebook-Kanäle und WhatsApp-Gruppen. Die Verbindung ist also ständig da.
Ojstersek: Per Information und Statusmeldungen, per Mail an die Schüler der Tennisschule.

Christof Büttner. alle Fotos: privat
Foto: x

Bieten Sie derzeit Unterricht in zum Beispiel Online-Kursen an oder wie halten sich Ihre Schüler fit?
Büttner: Meine Schüler schicken mir Videos, wie sie sich fithalten - ob im Garten oder im Haus. Das finde ich schön und wenn was ganz Kreatives dabei ist, dann schicke ich es in die Runde zum Nachmachen. Es ist nicht so, dass wir uns alle im Zoom treffen. Davon halte ich nicht so viel. Es soll alles freiwillig sein und jeder weiß ja, wie wichtig Kondition ist. Meine Schüler achten da schon gut drauf. Im Übrigen mache ich schon seit Jahren Videos mit unseren Konditions-Einheiten. Die schicke ich schon auch mal in die Runde. Tennis spielen lerne ich nur durchs Tennis spielen und nicht online.
Meyer: Ich poste auf Instagram und Facebook kleine kostenlose Trainingsvideos, die meine Schüler zu Hause nachmachen können. Onlinecoaching mit Live-Videochat habe ich auch schon mit vielen Schülern gemacht, wobei wir vor allem Themen aus dem taktischen Bereich bearbeitet haben, die im normalen Training in der Praxis vielleicht manch?mal zu kurz kommen. Auf Instagram und Facebook poste ich übrigens seit Anfang der Krise täglich ein Tennisbuch des Ta?ges, um meine Spieler zu inspirieren.
Ojstersek: Einer meiner Trainer bietet alternativ Online, Face to Face Fitnessunterricht an.

Denken Sie, dass die Medenspiele im Juni stattfinden werden?
Büttner: Der normale Start der Medenspiele wäre ja Anfang Mai. Bis dahin hoffe ich, dass die ersten aussagekräftigen Zahlen da sind und wir dann wissen, was mit der Ausgangsbeschränkung ist und wann wir wieder mit Tennis anfangen können. Vielleicht kann man Spiele in die Pfingstferien oder danach legen. Ich denke, dass wir die Hoffnung noch nicht aufgeben sollten, dass die Medenspiele generell stattfinden. Vielleicht sogar im Juni.
Meyer: Das ist natürlich alles Spekulation, aber ich bin immer optimistisch.
Ojstersek: Ich bin mir aufgrund der augenblicklichen Situation nicht sicher, ob dieser Termin eingehalten werden kann.

Margot Staab

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